Schäfer-Gümbel: Das Jahr der SPD

Guten Appetit: SPD-Landtagsabgeordneter Dieter Franz aus Eschwege und seine Gattin Heidi lassen sich den Hering schmecken.

Für den SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel (TSG) steht eins fest: 2013 wird das Jahr der Sozialdemokraten in Hessen. Neben den im September anstehenden Wahlen zum Bundes- und Landtag feiert die SPD nebenher auch ihren 150. Geburtstag. „Wir sind damit die älteste Partei auf dem Kontinent“, rief Schäfer-Gümbel in den Saal des Heringer Bürgerhauses. Dort hatte traditionell am Dienstagabend vor Aschermittwoch die SPD Hersfeld-Rotenburg und ihre Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) zum Politischen Kehraus geladen. Den Bundestagsabgeordneten und hessichen SPD-Generalsekretär Michael Roth, entschuldigte Schäfer-Gümbel: „Der Michael ist auf Hochzeitsreise. Dann muss er sich 30 Wochen lang für Hessen engagieren“. Schließlich wollen die Sozialdemokraten im September wieder das Steuer in Wiesbaden übernehmen. Sehr zur Freude des AfA-Vorsitzenden Bernd Stahl: „Wenn ich dann nach Dänemark in Urlaub reise, fahre ich nur durch sozialdemokratische geführte Bundesländer und die Hansestadt Hamburg“.

Am Mikro machte dann auch TSG überdeutlich, warum es den politischen Wechsel in Hessen geben müsse: „Wir sind ein wirtschaftspolitischer Riese, aber ein bildungspolitischer Zwerg. G 8 ist nicht mehr zu reparieren. Es muss zurückgenommen werden“.

Zudem bekamen die Großbanken ihr Fett weg, die allesamt nichts aus der Weltwirtschaftskrise – „in der wir uns noch mittendrin befinden“ – gelernt hätten. Solange das Spekulantentum weitergehe, solange werde Europa auch nicht zur Ruhe kommen.

Mit Blick auf sechs Millionen Deutsche, die für weniger als acht Euro die Stunde arbeiten müssten, mahnte TSG den gesetzlichen Mindestlohn an, der politisch aber nur mit der SPD an der Spitze durchgesetzt werden könne.

„Solidarität ist unser Anspruch. Daran müssen wir uns messen lassen“, stellte Schäfer-Gümbel abschließend fest.

Beim traditionellen Schmandhering mit Pellkartoffeln herrschte ob der eindringlichen Rede des Landesvorsitzenden regelrechte Aufbruchsstimmung bei den heimischen Genossen. Und sie demonstrierten gleich ihre Solidarität mit den Beschäftigten der in Hamburg und Rotenburg/Wümme ansässigen Firma Neupack. „Die Leute dort stehen seit 103 Tagen vor den Werkstoren und kämpfen um einen Tarifvertrag. Wir sollten mit unseren Unterschriten signalisieren, dass wir ihre Aktion unterstützen“, rief Bernd Stahl in den Saal. Er arbeitet seit November 2011 als Gewerkschaftssekretär der IGBCE an deren Hauptsitz im niedersächsischen Hannover. Und 155 Gäste im Bürgerhaus griffen zum Kugelschreiber und kamen seinem Aufruf nach. artikel unten

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