Gemeindevertretung beschließt Nachtrag über 128 300 Euro für Kanal

Sanierung wird teurer

Friedewald. Die Sanierung der Abwasserkanäle in Friedewald wird teurer als veranschlagt. Mit den Stimmen von SPD und CDU beschloss die Gemeindevertretung am Mittwochabend ein Nachtragsgebot über rund 128 300 Euro als überplanmäßige Ausgabe.

Bei der in verkürzter Ladungsfrist einberufenen Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Hillartshausen sahen die Parlamentarier bei diesem Tagesordnungspunkt reichlich Gesprächsbedarf. Bernd Hesse vom Planungsbüro Battenberg und Koch hatte erläutert, dass Bilder einer Kamerabefahrung der Kanäle aus dem Jahren 2001 und 2002 als Planungsgrundlage gedient hatten. Seither habe sich der Zustand der Kanäle deutlich verschlechtert. Die zusätzlichen Schäden könnten nun von der ohnehin beauftragen Firma miterledigt werden. Müssten die Abschnitte in einem gesonderten Auftrag erneut angefahren werden, hätte dies nach Hesses Kalkulation gut 200 000 Euro gekostet.

Warum das Ingenieurbüro zehn Jahre alte Kameraaufnahmen als Grundlage für die Planungen genutzt hatte, wollten die Parlamentarier aller Fraktionen wissen. Eine neuerliche Prüfung per Kamera hätte an den Schäden nichts geändert, aber zusätzliche Kosten verursacht, sagte der Planer.

Dass es bei den zusätzlichen 128 300 Euro wohl nicht bleibt, wurde im Verlauf der Diskussion deutlich. Bisher sei erst an zehn Prozent aller Kanäle, die in geschlossener Bauweise ohne komplettes Aufbaggern saniert werden, gearbeitet worden.

Um weitere unliebsame Überraschungen zu vermeiden, forderten alle Fraktionen eine Gesamtkostenübersicht.

Uneins war man sich jedoch über den Nachtrag über 128 300 Euro. Wolfgang Bax von der Offenen Liste (OL) wollte einer solch hohen Investition nicht ohne Gesamtkonzept zustimmen und den Antrag deshalb in den Haupt- und Finanzausschuss verweisen. „Wir haben bereits einen Auftrag erteilt. Wenn wir nicht zustimmen, baut die Firma nach der alten Verfahrensweise und dann kosten uns die zusätzlichen Schäden 200 000 Euro, hielt Bernd Iffland (SPD) dagegen.

Nach fünfminütiger Sitzungsunterbrechung wurde die Abstimmung geteilt. Die fünf OL-Abgeordneten stimmten gegen die 128 300 Euro Nachtrag. Einstimmig beauftragte das Parlament im zweiten Abstimmungsteil den Gemeindevorstand, für alle weitern Kanalarbeiten die Gesamtkosten ermitteln zu lassen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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