Düngehersteller K+S investiert 360 Millionen Euro zum Schutz der Umwelt

Die Salzlauge reduzieren

Die Hattorfer Halde wächst täglich. Die genehmigte Fläche reicht aber nur noch bis 2017. Deshalb läuft derzeit das Genehmigungsverfahren für die Haldenerweiterung. Foto: Klemm

Unterbreizbach/heringen. Die K+S Kali GmbH richtete in dieser Woche zwei Informationsveranstaltungen in Unterbreizbach und Heringen zur Zukunft des Unternehmens aus. Dabei ging es in erster Linie um das sogenannte 360 Millionen Euro Projekt, das Kali und Salz zur Umsetzung von Umweltschutz-Investitionen schon aufgeschnürt hat. Vorgestellt wurde von den Experten der aktuelle Stand bei den Projekten in den Standorten Hattorf (Philippsthal), Wintershall (Heringen), Unterbreizbach und Merkers.

Auf dem Fabrikgelände des Werkes Unterbreizbach haben die Bauarbeiten zur Installierung der Vorzersetzungsanlage sichtbar begonnen. Über dem Kraftwerk sind die Stahlträger für den technischen Anbau schon zu sehen. Bis Ende 2013 soll die Anlage fertiggestellt sein und danach dabei helfen, die Laugenproblematik am Thüringer Standort zu entschärfen.

Neue Dickstoffanlage

Außerdem, erklärte der Leiter Großprojekte der K+S GmbH, Gerd Hofmann, wird am Schacht II eine neue Dickstoffanlage über und unter Tage errichtet. Auch hier ist die Fertigstellung für das letzte Quartal 2013 avisiert. Ein dicker Brei von Filterstäuben aus Verbrennungsanlagen und der Lauge wird in dieser Mischanlage entstehen und später in der Grube „verarbeitet“. Zwischen Unterbreizbach und Hattorf sollen mehrere Laugenstapelbecken saniert beziehungsweise unterhalb der Halde neu gebaut werden, so Hofmann, um besser mit den bei der Produktion anfallenden Laugenmengen umgehen zu können.

In Hattorf selbst wächst derzeit „unter beengten Verhältnissen“ eine neue ESTA-Anlage und eine 20-Kv-Schaltanlage sowie ein Kalzinierungsprojekt in den Himmel. In Heringen wird derzeit an einer neuen Eindampfungsanlage gebaut. In Planung ist außerdem eine acht Kilometer lange Laugentrasse von Philippsthal über das Burgholz Richtung Lengers/Heringen.

Darüber hinaus sind Tiefenbohrungen zur Erkundung und zum Erkenntnisgewinn über Lagerstätten, Laugenvolumen und für die künftige Integrierte Salzwassersteuerung (NIS) im Gange. „Die Menge der zu entsorgenden Wässer soll von derzeit zwölf Millionen Kubikmeter auf sieben Millionen Kubikmeter im Jahr 2016 gesenkt werden.“

Grenzwerte senken

Ein weiteres Ziel sei die langfristige Senkung des Grenzwertes am Pegel Gerstungen von derzeit 2500 mg/l auf 1700 mg/l. „Von den 360 Millionen Euro für diese Umweltmaßnahmen haben wir mittlerweile vierzig Millionen für Planungen und erste Arbeiten ausgegeben“, so der Projekt-Chef.

In diesem Jahr sollen 69 Millionen Euro in die Hand genommen werden und im kommenden Jahr 133 Millionen Euro.

Von Thomas Klemm

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