Bergmannsverein aus Heringen fuhr zum 20-jährigen Jubiläum nach Sangerhausen

Salutschüsse zur Parade

Glückauf: Der Bergaufzug führte durch Sangerhausen. Foto:nh

Heringen/Sangerhausen. In der DDR waren eigenständige Traditionsvereine nicht gerne gesehen. Nach dem Willen der politischen Führung sollten sich die Menschen eher in parteinahen Organisationen engagieren, um die Ideologie der SED zu pflegen. Das führte dazu, so erläutert Dieter Guderjahn, der Vorsitzende des Bergmannsvereins „Glückauf Wintershall“ aus Heringen, dass auch früher bestehende Bergmannsvereine in traditionsreichen Bergbaurevieren sich auflösten oder zumindest ruhten. Erst nach der Wende kam es in den neuen Bundesländern wieder zu einer Vielzahl von reaktivierten Bergmannsvereinen und bergmännischen Landesverbänden.

1993 neu gegründet

So wurde auch der Landesverband der Berg-, Hütten- und Knappenvereine Sachsen-Anhalt 1993 in der alten Bergbaustadt Sangerhausen am Südrand des Harzes neu gegründet. Hier wurde seit über 1 000 Jahren Kupfer abgebaut. Das 20-jährige Jubiläum der Neugründung wurde jetzt in Sangerhausen gefeiert.

Die alte Bergbaustadt mit einem attraktiven historischen Stadtbild hat heute zwar keinen Bergbau mehr, sondern ist bekannt als die Rosenstadt Deutschlands. In einem riesigen Park, dem „Europa-Rosarium“, blühen derzeit tausende von Rosenstöcken aller möglichen Gattungen in allen Farbvarianten.

Auch der Bergmannsverein „Glückauf Wintershall“ aus Heringen ist der Einladung zum Jubiläumsfest gefolgt und reiste mit 35 Teilnehmern nach Sangerhausen. Hier besuchten die Bergleute zunächst einen bergmännischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche, in dem das bergmännische Leben mit seinen Gefahren, aber auch seinen Chancen im Mittelpunkt stand. Nach einer Serie von Salutschüssen stellten sich die Gastvereine, die aus vielen Bundesländern gekommen waren, zum Bergaufzug auf dem Marktplatz auf. Die Marschstrecke führte durch das abwechslungsreiche Stadtbild zum „Europa-Rosarium“. An der Paradestrecke herrschte dichtes Gedränge von Zuschauern, die die Bergparade begeistert begrüßten und mit Applaus bedachten. Die Verbindung zum Bergbau und seiner Bedeutung für die Menschen ist in den neuen Bundesländern sehr ausgeprägt.

Im Rosenpark, dem Zielpunkt der Bergparade, hatte der Landesverband noch einen besonderen Programm-punkt vorbereitet: Ein Quartett von vier jungen Frauen, die „Mansfeld Ladies“, unterhielt die Zuschauer in einem Amphitheater mit vielen Melodien unterschiedlicher Musikrichtungen. Die frisch und abwechslungsreich vorgetragenen Stücke animierten zum Mitklatschen und wurden mit viel Applaus belohnt, bevor nach einem gelungenen Fest bei schönstem Sommerwetter wieder zur Heimreise aufgebrochen wurde. (red/ce)

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