Brückenschlag-Projekt im polnischen Kreisau

Rund um die Uhr mit Behinderten arbeiten

Die Teilnehmer aus Heimboldshausen am Projekt „Brückenschlag“ im polnischen Kreisau, Josefine Schröter, Julia Spangenberg, Anne Fritsch, Kirsten Siegl und Jennifer Landefeld mit Helmuth Caspar von Moltke (Mitglied des Rates der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung und der Freya von Moltke-Stiftung). Foto: nh

Heimboldshausen. Auch in diesem Jahr bot sich für vier Schülerinnen der zweijährigen höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz in Heimboldshausen und deren Lehrkraft Kirsten Siegl die Chance, an dem Inklusionsprojekt „Brückenschlag“ im polnischen Kreisau teilzunehmen.

Sie erlebten eine aufregende Woche, in der sie gemeinsam mit leicht- bis schwerstbehinderten Jugendlichen aus Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich in Kontakt. Neben vielen Gruppen- und Kennenlernspielen boten auch Workshops zum Thema Kunst sowie Ausflüge die Möglichkeit, Barrieren zu überwinden, Ängste abzubauen und gemeinsam Spaß zu haben.

Neben all dem Spaß stellte die Projektwoche die Teilnehmer jedoch auch vor teils ungeahnte Herausforderungen. „Quasi rund um die Uhr – vom Aufstehen bis zum Schlafengehen – auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten anderer Menschen einzugehen, fiel nicht immer leicht. Dabei stießen die Teilnehmer mitunter an ihre Grenzen, fanden aber durch das zwanglose Miteinander schnell Wege, diese auch zu überwinden“, fasst Siegl die persönlichen Herausforderungen zusammen.

Schon viermal mitgemacht

Dies war der vierte „Brückenschlag“, an dem die Heimboldshäuser mit einer Schülergruppe teilnahmen. Dabei passiere immer wieder Erstaunliches, ohne dass man den Teilnehmern Handlungsanweisungen dazu geben müsse: Vorurteile lösten sich auf, „Perspektiven eröffnen sich und das eigene Denken und Handeln steht auf einmal in einem ganz anderen – neu erlebten – Kontext. Die so gewonnenen Erkenntnisse – gerade auch was das Selbstbild und die eigene Wertigkeit betreffen – sind während des regulären Unterrichtes so kaum erlebbar. Das macht diese Projekte so spannend“, erklärt Kirsten Siegl, die selbst überzeugt von dieser Form gelebter Inklusionspädagogik ist. (red/rey)

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