Die Wasserburg Friedewald wurde am 6. und 7. August 1762 von Franzosen zerstört

Ruine seit 250 Jahren

Die Wasserburg von Friedewald wurde im Siebenjährigen Krieg von französischen Truppen zerstört. Foto: nh

Friedewald. Vor genau 250 Jahren wurde die Wasserburg in Friedewald – während des Siebenjährigen Krieges – von französischen Truppen zerstört.

Am 6. und 7. August 1762 ließ der französische General Stainville die Burg mit Kanonen zusammenschießen. Während dieses Krieges hatten häufig die Besitzverhältnisse gewechselt. So hielten 1759 Österreicher und nachfolgend Preußen und 1760 und 1762 Franzosen die Anlage besetzt.

Im Jahre 1762 hatten dann hessische und hannoveranische Einheiten den Auftrag, die Nachschubwege der französischen Truppen, die vorrangig über die Fernhandelsstraßen Hessens liefen, zu stören. Als Basislager besetzte am 27. Juni 1762 Leutnant Heinrich Matthias Steigleder vom hannoveranischen Jägerregiment mit 50 Mann und zehn Reitern die nur einen Tag zuvor von den Franzosen verlassene Wasserburg in Friedewald.

Steigleder und seine Mannen müssen ihren Auftrag wohl mehr als erfüllt haben, denn der französische General Graf Stainville wurde angewiesen, die Wasserburg wieder zurückzuerobern. Am 6. August besetzte er mit 5000 Mann Infanterie, 3000 Mann leichter Kavallerie, acht Geschützen und zwei Haubitzen die Hügel um Friedewald. Trotz der drückenden Übermacht der Franzosen kam Steigleder der Aufforderung, die Burg zu räumen, nicht nach.

Bei den sich anschließenden Gefechten erlitten die Franzosen herbe Verluste. Um nicht noch mehr Mann zu verlieren, ordnete ihr Anführer Stainville an, die Burg mit Kanonenkugeln zu beschießen. Am 7. August mussten sich Steigleder und seine Mannen schließlich ergeben, weil die Burg in Flammen stand. Nachdem der französische General erkannt hatte, welch kleine Gruppe Verteidiger seinen Truppen derart zugesetzt hatte, ließ er Leutnant Steigleder und seine Mannen unbeschadet abziehen. Die Wasserburg von Friedewald ist seit dieser Zeit eine Ruine.

Von Mario Reymond

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