Kabarett mit Edgar und Irmi begeisterte

Ruck muss aus der Hüfte kommen

Irmi und Edgar sorgten für Stimmung in der Philippsthaler Orangerie. Foto: nh

Philippsthal. Wegen seines familiären Charakters hatten die Organisatoren des Kulturweckers Philippsthal den Kabarett-Auftritt von Edgar und Irmi in die historische Orangerie im Schlosspark gelegt. Dort bezogen die beiden Künstler das Publikum immer wieder in ihre Späße und Spitzfindigkeiten mit ein. „Einen schönen Raum habt ihr hier, schön alt, das passt zum Publikum“, sorgte Edgar gleich zu Beginn für die ersten Lacher. Danach nahmen er und seine Irmi die Gäste in Gedanken mit ins beschauliche Stockheim, wo die Welt scheinbar noch in Ordnung ist. Da übte Irmi auf der Blockflöte für DSDS. Aufgrund der Rentnerschwemme „wird das jetzt nämlich auch für Rentner umgesetzt“, erklärte sie. Moderiert wird es dann von Marianne und Michael.

Schlimmes TV-Programm

Ganz andere Sorgen hatte hingegen Edgar. Ihm bereitete das heutige Fernsehprogramm Kopfzerbrechen. Früher sei das alles viel besser gewesen. „Ohne Hop Sing, den chinesischen Koch aus Bonanza, gäbe es heute die ganzen Kochsendungen nicht“, war Edgar überzeugt. Und auch Raumschiff Enterprise wünschte er sich zurück. Denn dann könne man Chefingenieur Scotty gleich befehlen, Angela Merkel und Philipp Rösler ins All zu beamen.

In gnadenloser Offenheit kamen menschliche, gesellschaftliche und politische Abgründe auf den Tisch. So widmeten sich die beiden dem nervenaufreibenden Shoppen bei Ikea, das Edgar als Deutschlands größtes Psychotherapiezentrum für Frauen bezeichnete, und auch dem Kindermangel in Deutschland. „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen, auch wenn er aus der Hüfte kommt“, forderte er.

Fast alle bekannten Politiker bekamen ihr Fett weg. Hans Christian Ströbele bezeichnete Edgar als Mutter Theresa der Grünen. Auf den Öko-Zug war Ehefrau Irmi aufgesprungen. „Mittagessen gibt es ab sofort nur noch jeden zweiten Tag. Auch wir müssen nämlich etwas für den Umweltschutz tun“, informierte sie den vor einem leeren Teller sitzenden erstaunten Ehemann.

Auch das Auto, des Deutschen liebstes Kind, wurde ausgiebig betrachtet. „Wer hat kein Navi im Auto? Ein Navi im Auto ist nämlich die erste Vorstufe zum betreuten Wohnen“, lästerte Edgar, als nur wenige Hände im Publikum hochgingen.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum für zwei kurzweilige Kabarett-Stunden. (red/rey)

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