Landratsamt soll Breitbandausbau behindert haben

Ries sieht Heringen in der Vorreiterrolle

Heringen. Mit Blick auf den von der Bundesregierung angekündigten flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland (wir berichteten) hat Heringens Bürgermeister Hans Ries das massive Vorantreiben der Verkabelung in seiner Stadt als zukunftsweisend verteidigt. Er beklagt aber erneut, dass Heringen in seinen Bemühungen vor allem von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt behindert worden sei.

„Der größte Widerstand zu unseren Plänen kam vor gut fünf Jahren unseres Erachtens aus dem Hessischen Wirtschaftsministerium und auch aus dem hiesigen Landratsamt“, erklärt Ries. Dabei habe Heringen den Vorteil gehabt, dass ohnehin der größte Teil der Stadt aufgegraben werden musste, sodass die Leerrohre ohne zusätzlichen Aufwand verlegt werden konnten.

Dennoch habe Heringen mit immer neuen Einwänden von außen zu kämpfen gehabt. „Wir denken inzwischen, dass man auch deshalb versucht hat uns auszubremsen, weil klar war, dass die funktionierende Vorreiterrolle Heringens den Landrat mit seiner fatalen Haltung bloßstellen würde“, meint Ries.

Denn er habe schon vor geraumer Zeit dem Landrat erklärt, dass die Funklösung eine Sackgasse sei, die den Kreis wirtschaftlich, wie auch in seiner demographischen Entwicklung noch weiter zurückwerfen wird.

Deutschland sei beim Breitbandausbau zu einem der rückständigsten Länder Europas und der Welt geworden, und die kleinen Städte und Dörfer sowie die dort verbliebenen Unternehmen litten am meisten unter dieser Entwicklung. (red/kai)

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