231 von 233 Kleinkindern werden bereits betreut

Ries: Herdprämie lässt Heringer kalt

Heringen. Seit 2004 wurde in Heringen ein grundlegender Richtungswechsel in der Kindergarten-Politik vollzogen.

Zuerst waren die Gremien der Stadt äußerst skeptisch, zunächst auch nur eine Kindergartengruppe auf Ganztagsbetrieb umzustellen.

Das Argument der Befürworter war jedoch, dass mit einem deutlich verbesserten Angebot auch die Nachfrage steigen würde.

„Bei der Einrichtung einer zweiten Ganztagsgruppe wurde zwar auch noch heftig diskutiert, als jedoch auch die hervorragend angenommen wurde, waren die Würfel gefallen, alle Heringer Kindergärten grundsätzlich auf Ganztagsbetrieb umzustellen“, erklärt Bürgermeister Hans Ries.

Inzwischen besuchen 231 von 233 kita- und krippenfähigen Heringer Kindern die Ganztagseinrichtungen in der Stadt.

„Hintergrund des Erfolges ist die Argumentation, dass diese Einrichtungen eben nicht in erster Linie dazu da sind, den Eltern die Ausübung einer Erwerbsarbeit zu ermöglichen und dennoch das Kind gut betreut zu wissen, sondern dass die Kitas und Krippen eine wertvolle pädagogische Einrichtung sind, in denen Fähigkeiten und soziales Verhalten vermittelt werden können“, verdeutlicht der Bürgermeister.

Auch die Schulen hätten bestätigt, wie wichtig Tagesstätten seien, und wie sehr man den Kindern die positive Entwicklung anmerke.

„Wir sind natürlich sehr glücklich über dieses überragende Vertrauen der Eltern in unsere Einrichtungen und liefern damit auch gleichzeitig den Beleg dafür, wie grundlegend falsch die konservative Bundesregierung mit der Einführung ihrer Herdprämie liegt“, kann sich Ries einen Seitenhieb auf in Bundesregierung nicht verkneifen.

In Berlin sei man wohl der Ansicht, jene Kinder von den Tageseinrichtungen fernzuhalten, die eigentlich der besonderen Zuwendung bedürften.

„Wir halten das für unverantwortlich und wohl der weiteren Tatsache geschuldet, dass gerade die großen Kommunen nicht genügend Kita- und Krippenplätze geschaffen haben“, merkt der Bürgermeister an. (red/rey)

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