Stadtverordnetenversammlung will am 27. März das Abwahlverfahren einleiten

Ries: Gehe nicht kampflos

Heringen. Bürgermeister Hans Ries wird sich seinem Abwahlverfahren stellen. Das teilt er in einer Presseerklärung mit. „Ich war mir zunächst nicht sicher, weil man sich mit dem Aushalten eines solchen Verfahrens doch ordentlich etwas antut. Die vielen Ermutigungen auch von Seiten, von denen ich es wirklich nicht erwartet habe, haben jedoch manchen anfänglichen Zweifel beseitigt“, verdeutlicht der Heringer Bürgermeister.

Der eigentliche Streit zwischen ihm sowie Teilen der CDU und der SPD sei durch sein ureigenes Verhalten ausgelöst worden. „Ich habe ihnen erklärt, dass es mit den alten Methoden vorbei ist und zum Beispiel ihre Straßen künftig ebenso beitragspflichtig sind wie die der anderen Bürger. Wie die fortgesetzten, aber vergeblichen Versuche aus diesen Reihen zeigen, hält der Zorn über meine Entscheidung bis heute an und ist augenscheinlich eine wesentliche Triebfeder für diesen Abwahlantrag. Das wissen die Bürger“, teilt Ries weiter mit.

Seitenhieb in Richtung CDU

Einen Seitenhieb verteilt er dann noch auf den CDU-Fraktionsvorsitzenden Eckhard Bock und dessen Frau Evelyn, die für die Christdemokraten im Magistrat sitzt: „Wie absurd muss es wohl der Wähler empfinden, dass diejenigen, die man mit nur drei beziehungsweise 14 Prozent ausdrücklich abgelehnt hat, nun meinen, dass sie die moralische Legitimation besitzen, den entfernen zu können, der von zwei Dritteln der Wählern das Vertrauen erhalten hat“. Ries spielt damit auf die vergangenen Bürgermeisterwahlen in 2010 und 2004 an. In 2004 hatte Eckhard Bock als sein Gegenkandidat 14 Prozent der Stimmen erhalten. Seine Frau Evelyn kam als Kandidatin im Jahre 2010 auf drei Prozent der Stimmen. Der deutliche Wahlsieger war in beiden Fällen Hans Ries.

Abschließend richtet sich Hans Ries noch einmal direkt an die Hauptakteure des Abwahlverfahrens: „Wenn sie erwarten, dass der Bürgermeister im Falle einer Niederlage aufgibt, dann muss dies im umgekehrten Fall auch für sie selbst gelten“. Sollte also die Abwahl von Ries scheitern, müssten folglich die Protagonisten aus dem Stadtparlament in letzter Konsequenz ihren Hut nehmen. 

Wählerwille entscheidet

Sollte sich das Stadtparlament am 27. März mit Zweidrittelmehrheit gegen Hans Ries aussprechen, müssten innerhalb von sechs Monaten die Bürger zu einem Urnengang aufgerufen werden. Die letzte Entscheidung ob Ries im Amt bleiben darf oder nicht, fällt also letztlich der Wähler (wir berichteten mehrfach). (rey) seite 6

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