RP und Umweltministerin sollen zur Heringer Abwasserproblematik Stellung beziehen

Ries fordert Aufklärung

Heringen. Auf das abermalige Verschieben der Bauprojekte an der Hauptstraße und der Wölfershäuser Straße in Heringen sowie des Biegenrains in Herfa durch die Mehrheit des Stadtparlaments, um eine kostengünstigere Lösung hinzubekommen, hat sich Bürgermeister Hans Ries nun gestern in einem Schreiben an Regierungspräsident Walter Lübcke gewandt.

Den Bürgermeister ärgert der Vorstoß der Kommunalaufsicht, die Projekte hinsichtlich der zu erwartenden Kosten noch einmal genau prüfen zu lassen, obwohl Lübcke wegen Gefahr in Verzug eigentlich keinerlei Aufschub mehr dulde.

Aufgrund dessen möchte Ries den RP und die hessische Umweltministerin Priska Hinz nach Heringen bitten, um insbesondere wegen der Probleme an der Wölfershäuser Straße die Bürger zu unterrichten. Denn den Behörden sei seit mehr als 30 Jahren das Chloridproblem bekannt.

So ist die Heringer Kläranlage extrem gefährdet, weil dort immer wieder hohe Salzkonzentrationen gemessen werden. Und dieses Salz greift den Beton und in erster Linie die Technik aus Metall an.

Seit 2009 an der Kläranlage

Der Bürgermeister geht davon aus, dass diese Lauge aus Hangbereichen oberhalb der Wölfershäuser Straße stammt. Aufgetreten sei dieses Problem erstmals, als im Jahre 2009 die Entwässerung der Wölfershäuser Straße in die Heringer Kläranlage geführt wurde. Bis dahin waren die Oberflächenabwässer in die Werra gelaufen und die dort lebenden Menschen hatten ihre Hausklärgruben, sodass die Kläranlage nicht belastet wurde.

Ries erhebt seinerseits schwere Vorwürfe: „Alle wussten seit den siebziger und achtziger Jahren darüber Bescheid. Meine Vorgänger und auch Aufsichtsbehörden. Und niemand hat sich an die Entwässerungs-Problematik herangewagt.“

Woher das Salzwasser nun genau herkomme, wisse er auch nicht. In dem betroffenen Gebiet gebe es belastete Quellbereiche, Lauge führende Hausdrainagen und auch der Eintrag über den Salzberg Monte Kali sei nicht auszuschließen. Um den Salzpegel abzusenken, betreibt K+S dort seit Jahren riesige Pumpen, sonst würde dort alles in Lauge ersaufen, erklärt Ries.

Bürgermeister haftet

„Dass von einem Vertreter des Umweltministeriums in 2009 auch noch erklärt, dass nicht etwa K+S sondern ich als Bürgermeister persönlich in der Haftung stehe, sollte es mir nicht gelingen, das seit über 30 Jahren bekannte und ignorierte Problem schnell und nachhaltig zu lösen, schlägt dem Fass den Boden aus. Gerade weil nun wieder blockiert wird, was noch vor wenigen Tagen auch nach Ansicht der Wasserbehörden richtig war.“

Der Bürgermeister hofft nun auf eine öffentliche Veranstaltung im Bürgerhaus, bei der sich RP Walter Lübcke und die Umweltministerin Priska Hinz den Menschen erklären werden.

Von Mario Reymond

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