Heringens Bürgermeister setzt sich für Margret Schulz-Bödicker als Schulleiterin ein

Ries attackiert Ministerium

Hans Ries

Heringen. Die Diskussion um die Besetzung des Schulleiterpostens zum 1. Februar an der Heringer Werratalschule nimmt langsam groteske Züge an. So habe Heringens Bürgermeister Hans Ries einen Anruf aus dem Kultusministerium in Wiesbaden erhalten. Während dieses Gesprächs sei ihm mitgeteilt worden, dass die zurzeit stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker nicht über die nötige Qualifikation verfüge, um auch den Posten der Schulleiterin bekleiden zu können.

Darüber sei der Bürgermeister mehr als irritiert gewesen, wie er nun noch einmal in einem Schreiben an das Kultusministerium verdeutlicht. „Wenn jemand diese wichtige Qualifikation für die Schule und damit unsere Stadt vollumfänglich und zu aller Zufriedenheit mitbringt und die Funktion bis dahin tatsächlich ausgefüllt hat, dann ist es doch gerade unsere Frau Schulz-Bödicker. Wie sonst wäre es möglich, dass sich alle Institutionen, Eltern, Elternvertreter, Schülervertreter, Schulfördervereine sowie die politischen Gremien, die allesamt ein massives Interesse am Erhalt und der Weiterentwicklung der Werratalschule haben, sich für diese kompetente Frau und damit gegen Michael Arendt ausgesprochen haben?

Nur ein Versorgungsposten?

Arendt, bisher Leiter der Darmstädter Gutenbergschule, hatte sich im Auswahlverfahren gegen Schulz-Bödicker durchgesetzt. Den Verantwortlichen im Kultusministerium wird von vielen Heringern nun vorgeworfen, für den bereits über 60 Jahre alten Arendt einen Versorgungsposten in Heringen eingerichtet zu haben.

Weiter führt Ries aus, dass alle vorgenannten Institutionen und auch die meisten Menschen im Werratal hinter Margret Schulz-Bödicker stünden, „weil sie mit ihr nicht nur diese besondere Herzlichkeit sondern auch den Fortbestand und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Schule verbinden.“

Nicht anders verhalte es sich nach seinen Kenntnissen im gesamten Kollegenkreis. „Ist Ihnen bewusst, was Sie anrichten und wie man Sie beurteilen wird, wenn Ihr Ministerium gegen den Willen aller unmittelbar Betroffenen und darüber hinaus der gesamten Bevölkerung dennoch eine solche Maßnahme durchsetzen wird?“, empört sich der Heringer Bürgermeister weiter.

Unter all diesen Umständen könne die nötige Zusammenarbeit mit dem neuen Schulleiter nicht funktionieren. Das wiederum müsste dieser auch selbst bereits erkannt haben: „So kalt und distanziert kann doch kein Mensch sein und wenn doch, wäre er als Schulleiter in so einer kleinen Stadt, in der jeder jeden kennt und man miteinander auskommen muss, ohnehin völlig ungeeignet.“

Um zu einer vernünftigen Lösung zu kommen, bietet Bürgermeister Hans Ries den Verantwortlichen im Wiesbadener Kultusministerium an, diese Problematik während einer Bürgerversammlung zu erläutern. „Dann können Sie sich ein Stimmungsbild verschaffen und danach vernünftig entscheiden.“

Von Mario Reymond

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