Hermann Fabig aus Heringen arbeitet seit zehn Jahren am Familien-Stammbaum

Reise in die Vergangenheit

Jeder Hinweis zählt: Ganze Aktenordner voll hat Hermann Fabig über seine Vorfahren zusammengetragen. Darin finden sich Abstammungs- und Heiratsurkunden ebenso wie historische Fotos. Die Ahnentafel, die Fabig in seinen Händen hält, stammt von seinem Onkel Richard Gottlieb Fabig, der am 23. Januar 1945 verstorben ist. Foto: Reymond

Heringen. Ahnenforschung ist das Hobby von Hermann Fabig aus Heringen. Der 64-Jährige ist seit etwa zehn Jahren seinen Vorfahren auf der Spur.

Angefangen hat alles mit etwa 700 Daten, die er von seinem Cousin Ludwig Rudolph, der ebenfalls in Heringen lebt, erhalten hat. „Er hat mir viel über die Seite meiner Mutter zur Verfügung stellen können“, sagt Fabig.

Auf der Suche nach den Vorfahren seines Vaters musste der Heringer jedoch mit viel Akribie vorgehen. Schließlich stammte Robert Carl Fabig aus Schlesien. Und dennoch schaffte es Hermann Fabig, die direkte Linie auf dieser Seite über fünf Generationen, bis zum Jahr 1787, zurückzuverfolgen.

Mütterlicherseits findet sich der erste Eintrag der eigentlichen Familien-Linie im Jahre 1606. Damals wurde Hermann Fabigs Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater Hermann Rudolph in Leimbach geboren.

Auf der riesigen Ahnentafel, die Fabig auf seinem Computer gespeichert hat, ist die erstgenannte Person Bertl Schimmelpfennig. Der freie Bauer wurde am 30. November 1335 im hessischen Schierbach bei Eschwege geboren. Bei ihm handelt es sich aber um keinen Vorfahren der geraden Linie.

In den kommenden Tagen und Wochen wird sich Fabig wieder intensiv mit seinen Vorfahren befassen. „Im Winter bin ich fast täglich in Sachen Familiengeschichte unterwegs“, erklärt der Heringer. Zurzeit ist er auf der Suche nach Nachfahren der Rudolphs aus Leimbach.

Bei seinen bisherigen Nachforschungen haben ihm auch sehr viel die Aufzeichnungen des einstigen Heringer Pfarrers Wilhelm Martin über den im Jahre 1928 gestorbenen Heringer Altbürgermeister Heinrich Gebauer geholfen. Gebauer war der Vater von Fabigs Großmutter Anna Katharina Rudolph.

Bis in die USA

Selbst in die USA führte ihn die Arbeit am Stammbaum. Dorthin waren 1881 die Eltern seiner Urgroßmutter Johanna Fabig mit neun Kindern ausgewandert. Kontakt zu Charles August Gottlieb Reimnitz – einem Nachfahren der Auswanderer – stellte Fabig im Internet über eine Nichte von Charles her. Der Großvater dieser Nichte und Fabigs Großvater waren übrigens Cousins.

Über ein Hochzeitsfoto aus dem Jahre 1921 – damals heiratete eine Tante von Fabigs Mutter – bekam Hermann Fabig zudem Kontakt zu Rolf Braun, einem Nachfahren des Brautpaares. Braun, der ebenfalls in Sachen eigener Familiengeschichte unterwegs ist, reist oft ins landeskirchliche Archiv nach Kassel und hat dort schon viele wichtige Daten gefunden, die auch für Hermann Fabig interessant sind.

Einige Familien, von denen Fabig Unterlagen erhielt, besitzen einen sogenannten Ahnenpass. Auch anhand alter Hochzeitsbilder machte sich Fabig auf die Suche nach Vorfahren. „Besondere Unterstützung hatte ich auch von Anna Katharina Siebert. Sie ist mittlerweile 95 Jahre alt und hat mir sehr geholfen“, erklärt Fabig.

Mittlerweile gibt sich der Heringer nicht mehr mit seiner eigenen Geschichte zufrieden. Seit einigen Jahren ist er in zweiter Ehe mit der aus Russland stammenden Elena liiert. Auch deren Eltern, Großeltern und viele Verwandte sind bereits in den Stammbaum aufgenommen.

Von Mario Reymond

Kommentare