Vorbereitungen zum SPD-Hessengipfel sind für das Hotelpersonal reine Routine

Regionales auf dem Buffet

Bei 140 Gästen kann das Namensgedächtnis schnell schwächeln: Isabel Neuman (links) und Fulya Caner vom SPD-Landesverband Hessen halten die Namensschilder für die Parteigenossen bereit. Zum vierten Mal findet der Hessengipfel in Friedewald statt. Foto:  Deppe

Friedewald. Auch wenn auf dem Speiseplan für das Dinnerbuffet am Freitagabend Edelfische und exotische Früchte stehen, ist für Michael Roth, Generalsekretär des hessischen Landesverbandes der SPD, klar: „Bei mir gibt’s kein Buffet ohne eine Stracke.“ Die Vorzüge der Region – gute Verkehrsanbindung, wohlige Hotelatmosphäre in Göbels Schlosshotel Prinz von Hessen – haben sich bis zu den Parteifreunden nach Berlin herumgesprochen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel reist heute schon zum zweiten Mal ins beschauliche Friedewald. Wohl nicht nur wegen des hohen Besuches wirkt Roth etwas aufgeregt. 2009 hatten der gebürtige Heringer und der Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel den Gipfel nach Nordhessen geholt. Hoteldirektor Markus Göbel hingegen erwartet den Gipfel mit großer Gelassenheit. Zum vierten Mal gastieren die Sozialdemokraten in seinen Zimmern, vieles ist für das Personal zur Routine geworden. „Man kennt die Gäste und ihre Wünsche inzwischen. Und wenn in den zurückliegenden Jahren mal was falsch lief, hat man daraus nur gelernt“, sagt Göbel. So zum Beispiel als er in der Vergangenheit Kekse in den Beratungsräumen bereitstellte. Zu verführerisch für die Bombenspürhunde des LKA, die die Räumlichkeiten sichern sollten. Das Gebäck musste wieder entfernt werden.

„Der Hessengipfel beschert uns nur angenehme Gäste, ohne viele Sonderwünsche“, sagt Göbel. Und wenn von den 140 Genossen mal einer eine bestimmte Matratzenhärte wünscht, ist das für den erfahrenen Hotelier nichts außergewöhnliches mehr. Schade findet er, dass wegen des straffen Programms für die Gäste keine Zeit bleibt, die Wellnessangebote des Schlosshotels zu nutzen. Das sieht Michael Roth anders: „Wir fangen ja erst um 9.30 Uhr an, da werden bestimmt einige vorher noch schwimmen oder in die Sauna gehen.“

Absage sorgt für Kritik

Die Absage von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sorgte bei der Jungen Union Hersfeld-Rotenburg derweil für Irritation. „Ist Steinbrück der Hessen-SPD zu peinlich?“ heißt es in einer Pressemitteilung. Laut Michael Roth erfolgte die Absage in Absprache mit der Landespartei. Steinbrück wolle seine rare Zeit in der heißen Phase dem Wahlkampf in Niedersachsen widmen. Laut Roth „schade, aber verschmerzbar.“

Von Lasse Deppe

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