Mit der Kirche über Kreuz: Renate Wandel stellt Werke zu Luther in Friedewald aus

Die Reformation in Kreide

Das Bild im Vordergrund links zeigt Martin Luther am 1. Mai 1521 vor der Stiftskirche in Bad Hersfeld. Rechts der Tintenfasswurf gegen den Teufel auf der Wartburg. Im Hintergrund Porträts von Wegbegleiterinnen Luthers. Rechts neben der Künstlerin Renate Wandel ist Luthers Frau Katharina von Bora zu sehen. Die beiden hatten sechs Kinder. Foto: Reymond

Friedwald. Die Künstlerin Renate Wandel aus Bad Hersfeld zeigt derzeit im Ausstellungsraum des Friedewalder Heimatmuseums etwa 40 Bilder mit Luthers wichtigsten Stationen und 25 Porträts seiner damaligen Wegbegleiter. Für die Wanderausstellung, die bereits an sieben anderen authentischen Lutherorten wie Eisenach und Möhra gezeigt wurde und auch noch an anderen Orten gezeigt werden soll, entstehen immer neue Bilder. Die Ausstellung trägt den Titel: „Blitzschlag! Luther und die Reformation“.

Bekannte Bildmotive

„Renate Wandel versucht mit ihrer Malerei die Tradition und bekannte Bildmotive der Reformation aufzugreifen, sie verweist aber auch auf die Modernität dieses Stoffes und setzt sich mit den Zwischenzeilen jener Zeit auseinander. In ihren Farben, Ansichten und Motiven erlebt man jenen reformatorischen Geist nachhaltig und direkt“, beschrieb Kunsthistorikerin Diana Trojca im Jahre 2012.

Start im Jahr 2012 in Zeitz

Im Jahre 2012 war es auch, als Renate Wandel ihre Luther-Ausstellung anlässlich des „Festivals der Reformation“ in Zeitz präsentierte. Bis zum Ende der Luther-Dekade im Jahr 2017 wollen wir 20 Ausstellungen hinbekommen haben“, erklärt Wandel. Sie sieht diese „Wander“-Ausstellung als ihren Beitrag zur Lutherdekade und wird in der Folgezeit weitere Bilder bedeutsamer Ereignisse der Reformation hinzufügen. So sind auch die Verbrennung der päpstlichen Bulle sowie der Ablassbriefe auf Leinwand gebannt und zeugen von Luthers Zwist mit der katholischen Kirche.

„Aus den Landschaften und angedeuteten Stadtmotiven kann der Betrachter aber auch bekanntes Terrain aus Luthers Leben erkennen. Dabei reflektiert sie, stellt in Frage und setzt Abstraktionen neben realistische Bildmotive. Schwarze, rote oder andere kraftvolle Farbvarian-ten zeigen das Lodern der Reformation und werden zu Licht- beziehungsweise Leuchtpunkten in ihrem Werk“, führte die Kunsthistorikerin Diana Trojca weiter aus.

Die Freunde des Friedewalder Heimatvereins sind stolz darauf, die Luther-Ausstellung direkt in der Nachbarschaft zur Wasserburg zeigen zu können. „Friedewald liegt am Lutherweg. Und wir sind sicher, dass Martin Luther auch bei uns eine Rast machte. Es gab damals sieben Gastwirtschaften mit Umspannmöglichkeit für Pferde. Das spricht sicher dafür. Und auch die Grundlagen des Schmalkaldischen Bundes (Zusammenschluss protestantischer Städte) wurden hier in der Wasserburg besprochen“, erklärt Helmut Fey, stellvertretender Vorsitzender des Friedewalder Heimatvereins.

Die Luther-Ausstellung im Heimatmuseum kann bis zum 31. Mai mittwochs bis sonntags sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Von Mario Reymond

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