Mahnmahl an der „Brücke der Einheit“ bei Vacha wird saniert und bald freigegeben

Rauf auf den Wachturm

Minister Uwe Höhn (rechts) überreichte den symbolischen Scheck im Beisein von Vizebürgermeisterin Daniela Tischendorf (links), Rhönforum-Geschäftsführerin Anja Schuchert und Stadtrat Hans-Joachim Voll an Eugen Rohm vom Heimat- und Geschichtsverein. Foto: Heiko Matz

Vacha. Der ehemalige Grenzturm in Vacha zwischen der „Brücke der Einheit“ und der B 62 wird saniert und als begehbares Mahnmal hergerichtet. Thüringens Wirtschaftsminister Uwe Höhn hat am Montag Fördergeld überbracht.

In der von Finanznot geplagten Stadt Vacha hofft man, künftig mehr vom Tourismus zu profitieren. Mit der Sanierung des ehemaligen Grenzwachturms soll eine weitere Attraktion für Besucher geschaffen werden. Thüringens Wirtschaftsminister Uwe Höhn (SPD) überbrachte am Montag einen symbolischen Scheck über knapp 49 000 Euro – damit wird das Vorhaben zu 90 Prozent vom Land gefördert. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 5530 Euro.

Nach Angaben von Vizebürgermeisterin Daniela Tischendorf (CDU) soll das Mahnmal nun so schnell wie möglich für Besucher begehbar gemacht werden. Ideal fände sie als Eröffnungstermin den 9. November, doch diese Hoffnung sei vermutlich etwas zu optimistisch, räumte sie ein. Zunächst müssten nun die Ausschreibung erfolgen und die Angebote abgewartet werden. Im Turm müssen die Treppe und die Fenster erneuert werden. Oben auf der Plattform ist ein neues Geländer nötig. Im Turm sollen 20 Hinweistafeln auf den Etagen verteilt werden, auf denen beschrieben ist, wie das Objekt genutzt wurde. Vier Tafeln werden weitläufig auf dem Gelände darum aufgestellt, mit Informationen zur innerdeutschen Grenze.

Touristische Besonderheit

Als touristische Besonderheiten zum Thema innerdeutsche Grenze hat Vacha bereits das einst geteilte Haus auf der Grenze in der Gemarkung Vacha/Philippsthal und die Brücke der Einheit vorzuweisen. Es sei „quasi nur folgerichtig“, nun auch den Grenzwachturm, der sich hervorragend in dieses Ensemble integriere, als Mahnmal wieder herzurichten, befand Daniela Tischendorf. Touristisch günstig sei, dass der Werratalradweg an allen drei Sehenswürdigkeiten vorbeiführe. Ein Stopp und danach vielleicht noch ein Besuch der Stadt lohne sich also auf jeden Fall. Auch der ökumenische Pilgerweg von Görlitz nach Vacha – Via Regia – „führt hier vorbei“, ergänzte Eugen Rohm, Vizevorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins und neuer Leiter des Museums Burg Wendelstein. Der Verein war maßgeblich an der Konzeptentwicklung für das Mahnmal beteiligt.

„Wir sind im Jahr 25 nach der Grenzöffnung - und deswegen ist es ganz wichtig, dass solche Symbole erhalten werden“, sagte der Minister. Die Sanierung des Grenzturms sei „ein Mosaikstein des Projektes ‚Aktiverlebnis Grenzerfahrung Thüringer Rhön’.“

Von Beate Funk

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