Bürgermeister Dirk Noll stellt Ausschussmitgliedern sein Verwaltungsprojekt vor

Rathaus soll ins Schloss

Plan: Wenn es nach Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll geht, dann zieht die Verwaltung aus dem bisherigen Amt in absehbarer Zeit in das Erdgeschoss des Schlosses ein, das dafür umgestaltet werden müsste. Grafik: nh

Friedewald. Wenn es nach Bürgermeister Dirk Noll geht, dann zieht die Verwaltung aus dem alten Rathaus an der Motzfelder Straße schon bald in das Erdgeschoss des Schlosses um. Entsprechende Pläne stellte der Bürgermeister am vergangenen Montagabend den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses passenderweise im Veranstaltungsraum des Schlosses vor.

Nicht behindertengerecht

Da das bisherige Gemeindeamt in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Standards entspreche, sei eine Veränderung unumgänglich. So könne die Verwaltung von älteren Menschen nur schwer aufgesucht werden. Behinderte kämen ohne fremde Hilfe überhaupt nicht mehr in das Rathaus hinein.

Doch auch die fehlenden Fluchtwege im Brandfall machten eine räumliche Veränderung unumgänglich. Sollte ein neues Verwaltungsprojekt in Angriff genommen werden, müsste das alte Rathaus einer anderen Nutzung zugeführt werden. „Und es gibt bereits einen Kaufinteressenten für die Immobilie“, sagte Noll.

Aufgrund der Kosten favorisiert der Bürgermeister ein Projekt mit Mietcharakter. Den Bau eines Rathauses schließt er mit Blick auf die Kosten aus. So würde die Grundsanierung des alten Kindergartens 1,18 Millionen Euro kosten. Ein Anbau an die bestehende Festhalle mit Sanierung würde 1,06 Millionen Euro verschlingen. Für die Sanierung des Erdgeschosses im Museum müssten dagegen nur 560 000 Euro aufgebracht werden.

Noll schwebt eine Anmietung des Objekts auf 25 Jahre vor. Als jährliche Grundmiete für die 370 Quadratmeter Nutzfläche hat der Bürgermeister 11 100 Euro errechnet – 2,50 Euro pro Quadratmeter. Eigentümer des Objekts ist das Land Hessen.

Im Schloss müssten der Boden aufgebaut und der komplette Trakt mit schallsicheren Stellwänden versehen werden. Behindertengerechte sanitäre Anlagen und ein Fahrstuhl, um den möglichen Sitzungsraum im Obergeschoss zu erreichen, sind ebenfalls eingeplant.

Im Obergeschoss erhalten bleibt weiterhin das Heimatmuseum. Lediglich der Heimatverein – K+S-Ausstellung – und die Folkloregruppe würden ihre Vereinsräume im Erdgeschoss verlieren und müssten nach den Vorstellungen des Bürgermeisters in den alten Kindergarten umziehen. Der ist aber noch bis Herbst 2016 an am Autobahnbau beteiligte Firmen vermietet. Die Vorstände beider Vereine hätten bereits Bereitschaft signalisiert. Jedoch müssten dafür auch die Mitglieder grünes Licht geben.

Grundsatzbeschluss im Mai?

Die politisch Verantwortlichen im Ausschuss scheinen sich mit der Idee des Bürgermeisters anfreunden zu können. Negative Stimmen gab es keine. Vielleicht wird bereits in der Sitzung der Gemeindevertretung am 6. Mai ein entsprechender Grundsatzbeschluss gefasst. Artikel rechts

Von Mario Reymond

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