Hochwasser zerstört Bohlensteg und vertreibt die Radfahrer aus der Rohrlache

Radweg in der Polit-Mühle

Stärke demonstriert: Für die Sanierung des Bohlenstegs an der Werra bei Widdershausen machen sich viele Radler aus dem Werratal stark. Foto: Reymond

Widdershausen. Der 306 Kilometer lange Werratalradweg vom Thüringer Wald bis Hann. Münden ist an seiner schönsten Stelle seit dem vergangenen Juni-Hochwasser überhaupt nicht mehr befahrbar. Auf einer Länge von 300 Metern ist der dortige Holzsteg vom Wasser zerstört worden.

Darüber sind viele radfahrbegeisterte Widdershäuser und Heringer nicht erfreut. Sie fordern die Wiederherstellung des Stegs. Doch ein Ende dieser Misere ist noch lange nicht absehbar, da sich die zuständigen Behörden gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben oder gar eine Stellungnahme verweigern.

Die Stadt Heringen sieht in Sachen Steg ganz einfach das Land Hessen und somit die Behörde Hessen Mobil in der Pflicht, da das Land Eigentümer der Liegenschaft sei, auf der sich der Steg befindet. Dies teilten auf Anfrage gleich zwei Mitarbeiter der Stadt mit, nachdem sie die Liegenschaftskarten genauer in Augenschein genommen hatten.

Heringens Bürgermeister Hans Ries, der sich derzeit im Urlaub befindet, hatte vor geraumer Zeit schon angegeben, dass Hessen Mobil für den Radweg zuständig sei. Hessen Mobil weist seinerseits die Zuständigkeit zurück. „Ich habe mich schlau gemacht. Die Stadt Heringen ist definitiv dafür verantwortlich“, teilt Hessen Mobil-Pressesprecherin Cornelia Höhl mit.

Einst Fußverbindung

Volker Neumann vom Forstamt Rotenburg und somit auch von Hessen Forst erklärt seinerseits, dass der Boden und der Steg dem Land Hessen gehören. Seines Wissens nach wurde der Steg 1986 oder 1987 als Fußverbindung zwischen Widdershausen und Heringen durch das Naturschutzgebiet Rohrlache gebaut. Wie jedoch dieser Steg dann in die Radwegekarte gekommen ist, wisse niemand mehr so genau. „Über einen Bohlensteg darf eigentlich kein Radweg führen“, erklärt Neumann, der diesen Hinweis von Hessen Mobil erhalten habe.

Nach dem neuesten Kenntnisstand Neumanns wollen sich im September einige Behördenvertreter am Steg bei Widdershausen – unter Federführung des für den Naturschutz verantwortlichen Regierungspräsidiums – treffen, um sich erst einmal ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Neumann selbst geht davon aus, dass der Steg nie wieder von irgendeinem Radler offiziell befahren wird.

Aus diesem Grund hat er bereits einen Vorschlag parat. Ein noch zu bauender Radweg solle von Widdershausen kommend ein Stück parallel zur K 4 geführt werden und dann rechts ab über einen vorhandenen Feldweg in Richtung Heringen verlaufen. Doch bevor sich in Sachen Radweg zwischen Widdershausen und Heringen überhaupt etwas tun wird, müsste sich seiner Meinung nach die Stadt in Sachen Hochwasserschutz ihre Gedanken machen.

Zugewachsener Feldweg

Auch wird immer wieder ein direkt an der Werra liegender Weg als Ausweichmöglichkeit angegeben, der mittlerweile jedoch zugewuchert ist. „Alleine deswegen dürfte es da schon Schwierigkeiten mit dem Naturschutz geben“, merkt Hermann-Josef Hohmann, in Heringen für Kultur und Stadtentwicklung zuständig, an. Derzeit müssen die Radfahrer entweder über die K 4 oder die K 3 von Widdershausen in Richtung Heringen fahren. Doch diese Lösung halten die betroffenen Radfahrer aufgrund der Gefährlichkeit für ihre Kinder für die Schlechteste. Und Hohmann fügt an, dass Hessen Mobil nun endlich die Umleitungsstrecken für Radfahrer kenntlich machen müsste.

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Von Mario Reymond

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