Rohsalzvorkommen im Bereich des K+S-Verbundwerks Werra reicht für weitere 40 Jahre

Per Radar auf Kali-Suche

Über 300 Quadratkilometer groß ist die Fläche, auf der in der Region in den vergangenen mehr als 100 Jahren Rohsalz abgebaut wurde. Der gelbe Bereich zeigt die noch vorhandenen Salzvorkommen im Bereich des K+S-Verbundwerks Werra auf.

Philippsthal. Theoretisch ist der Kalibergbau in der Region für die kommenden 44 Jahre gesichert. Solange reichen die Abbauvorräte unter Tage in der Grube Hattorf-Wintershall nach Ansicht der Geologen aus. Effektiv sind es noch 587,5 Millionen Tonnen Rohsalz, die bei uns im Untergrund schlummern. Darunter auch der hochwertige Pflanzennährstoff Kaliumchlorid (KCl).

Im Jahr 2011 wurden in der Grube Hattorf-Wintershall 13,45 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. Durch die Abbautätigkeit im hessisch-thüringischen Kalirevier an der Werra ist in den vergangenen mehr als 100 Jahren ein Abbaugebiet – ein sogenanntes Grubengebäude – entstanden, das der Fläche der Großstadt München entspricht. Mehr als 300 Quadratkilometer groß ist dieser Abbaubereich inzwischen. Und weitere 200 Quadratkilometer sollen in den kommenden vier Jahrzehnten noch bearbeitet werden. Die noch vorhandene riesige Lagerstätte erstreckt sich demnach bis kurz vor die Tore Fuldas. Das haben die Geologen herausgefunden. Dabei greifen sie auch immer wieder auf Radar zurück. Das hilft ihnen bei der effizienten Exploration der Basis der Lagerstätten sowie von natürlichen oder bergbaubedingten Hohlräumen.

Diplom-Geologe Thomas Nürnberger zeigt auf die Bohrkrone, die sich später scheinbar mühelos ihren Weg bahnt. Fotos: Reymond

Außerdem verfügen die Spezialisten über verschiedene Bohrgeräte, mit deren Hilfe sie mehr als zwei Kilometer horizontal in das Gestein eindringen, um den Verlauf der Kaliflöze vorerkunden zu können.

Undulier-Verfahren

Stück für Stück fährt das Bohrgestänge in das Gestein – bis zu zwei Kilometer können so auf einmal erkundet werden.

Da die Rohsalzvorkommen jedoch nicht wie an der Perlenschnur angeordnet im Fels liegen, haben die Spezialisten bei K+S das sogenannte Undulier-Verfahren entwickelt, das es ihnen ermöglicht, wellenförmig in das Gestein hineinzubohren. „Im Jahr werden so zur Lagerfindung und zur Sicherung Bohrungen in einer Länge von bis zu 25 Kilometern gemacht“, erklärt Geologe Thomas Nürnberger.

Die Kalilager haben im Durchschnitt eine Mächtigkeit von zwei bis sechs Metern und befinden sich in einer Tiefe von 500 bis 1000 Metern.

Die von Nürnberger und seinen Kollegen ermittelten Daten sind für die Bergleute daher sehr wertvoll. „Sie zeigen uns genau, in welche Richtung wir den Rohsalz-Abbau vorantreiben müssen“, erklärt Dr. Jan Tegtmeier. Er ist der Leiter des sogenannten Großreviers 3/4. Das erstreckt sich in westliche Richtung. Der aktuelle unterirdische Abbaubereich befindet sich südlich des Haunecker Ortsteils Fischbach. Von dort aus wird das Rohsalz in den kommenden vier Jahrzehnten weiter in Richtung Fulda abgebaut.

1100 Fahrzeuge unter der Erde

Aktuell ist das unterirdische Straßen- und Wegenetz schon über 600 Kilometer lang. Unter Tage verkehren 1100 Fahrzeuge. Die Bandanlagen, die das Salz zu den drei Förderschächten bringen, sind auch schon 150 Kilometer lang. weltweit...

Von Mario Reymond

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