Vier Philippsthaler Altenpflege-Schülerinnen stellten ihr Projekt zur Priscus-Liste vor

Quartett mit Köpfchen

Nach der gelungenen Präsentation ihres Priscus-Projekts gab es Blumen (von links): Mentorin Kristina Cyriaci, Nicole Müller, Mentorin Michaela Bäuml, Gruppenleiterin Susann Funke, die ärztliche Begleiterin Dr. Mathilde Dürr-Hohentanner sowie Nancy Fix. Nicht an der Vorstellung teilnehmen konnte Denise Wendel. Foto: Spanel

Philippsthal. Über drei Monate intensiver Arbeit liegen hinter Susann Funke, Nancy Fix, Nicole Müller und Denise Wendel. Zusätzlich zu ihrem anstrengenden Ausbildungsalltag haben sich die vier Altenpflege-Schülerinnen am Haus Kreuzberg in Philippsthal mit der sogenannten Priscus-Liste auseinandergesetzt.

Die Ergebnisse ihres aufwendigen Projekts konnten sie nun Einrichtungsleiter Hans-Joachim Keßler, Pflegedienstleiterin Petra Schwestka und ihren zwei Praxisanleiterinnen Michaela Bäuml und Kristina Cyriaci präsentieren.

Große Herausforderung

„Das Alter der Patienten und die komplexen Wechselwirkungen der Medikamente stellen eine große Herausforderung bei der Verordnung von Arzneimitteln dar“, erläuterte Nicole Müller den Ansatz der Gruppe. „Die Dosierungen sind für ältere Menschen teils unangemessen und steigern das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen.“

Um ihre Forschungen so praxisnah wie möglich zu gestalten, arbeiteten die Schülerinnen eng mit Dr. Mathilde Dürr-Hohentanner zusammen. „Ich war überrascht, wie gut sich die vier bereits mit Medikamenten, ihren Interaktionen und Nebenwirkungen auskannten“, sagt die Philippsthaler Hausärztin. „Obwohl das Thema sehr schwierig und sensibel ist, wurde das Projekt mit Bravour gemeistert.“

Zunächst galt es, möglichst viele Informationen zu zwei ausgewählten Heimbewohnern zu sammeln. Ausgewertet wurden dann Stammdaten wie etwa ärztliche Diagnosen und Krankheitsgeschichten, Medikamente und deren Dosierung, bekannte Neben- und Wechselwirkungen sowie Allergien.

„Einer der von uns beobachteten Bewohner bekam nach einer Vielzahl an Diagnosen, die von Verwirrtheit über Vorhofflimmern und Diabetes Typ Zwei reichten, 16 verschiedene Medikamente“, sagt Nicole Müller. „Nachdem wir Frau Dr. Dürr-Hohentanner unsere Projektergebnisse vorgestellt hatten, änderte sie die Dosierung der einzelnen Arzneimittel moderat.“ Der enormen Zahl an Medikamenten, die der schwerkranke Patient zuvor eingenommen habe, sei ein langer Prozess vorausgegangen.

„Natürlich muss man auch immer die absolute Notwendigkeit der Medikamentierung gegen die eventuell auftretenden Nebenwirkungen gegenüberstellen“, sagt Dr. Dürr-Hohentanner. Bei der Dosierung sei ein feines Abwägen erforderlich, manchmal sogar von Visite zu Visite.

Sehr gute Ausbildung

„Ich bin froh, dass wir einmal über so hervorragend ausgebildete Schwestern verfügen können“, erklärte die Hausärztin abschließend. „Eine intelligente Altenpflegerin verabreicht die Arzneimittel nicht nur, sondern reflektiert vorher gründlich.“

Von Emily Spanel

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