Knochenmarkspender: Kaliwerk Werra bietet Typisierung für Auszubildende an

39 potenzielle Lebensretter

Kleine Aktion – große Wirkung: Nadine Hoffmann nimmt bei Jan Schütrumpf den Wangenschleimhautabstrich, der es ermöglicht, sich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. Foto: Balduf

Philippsthal. Das Werk Werra der K+S Kali GmbH hat jetzt für alle seine interessierten Auszubildenden eine Typisierungsaktion für potenzielle Knochenmarkspender angeboten und die Kosten dafür übernommen – 50 Euro pro Person.

Laut Angabe der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erkrankt in Deutschland alle 45 Minuten ein Mensch an Blutkrebs (Leukämie). Für viele Leukämiepatienten besteht die einzige Heilungschance in einer Stammzellspende. Um als potenzieller Spender in die DKMS aufgenommen zu werden und als Lebensretter in Betracht zu kommen, muss man sich also registrieren lassen.

Keinen Moment gezögert

39 junge K+S-Mitarbeiter nahmen das Angebot wahr. Unter ihnen Larissa Thrän, Eike-Tom Walczyk und Jan Schütrumpf. Der 17-jährige Jan aus Lautenhausen erzählt: „Ich will zur Verfügung stehen, falls jemand meine Hilfe benötigt.“ Auch Larissa aus Sontra, Elektronikerin für Betriebstechnik im ersten Lehrjahr, zögerte keinen Augenblick, als sie von dem Angebot hörte und meldete sich ganz selbstverständlich an.

Die Registrierung ist mit zwei Methoden möglich: entweder über eine Blutprobe oder – wie bei der Aktion im Werk Werra – über einen Wangenschleimhautabstrich.

Nadine Hoffmann aus Pferdsdorf nahm diesen Abstrich bei den Werra-Azubis. Sie studiert im fünften Semester Gesundheitsförderung und -management an der Hochschule Magdeburg-Stendal und unterstützt während ihres derzeitigen Praxissemesters die Abteilung betriebliches Gesundheitsmanagement im Kaliwerk Werra. „Die Wattestäbchen schicke ich nun zurück zur DKMS“, erklärt die junge Frau. Dort werden dann die Ergebnisse analysiert und die jungen Leute, wenn bei der Untersuchung keine Krankheiten festgestellt werden, als potenzielle Lebensretter in die Datei aufgenommen.

Selbstverständnis

„Ich finde es super, dass unser Arbeitgeber uns informiert, eine solche Aktion für uns organisiert und die Kosten übernimmt“, sagt der Azubi Eike-Tom Walczyk.

„Als Arbeitgeber für insgesamt 4400 Mitarbeiter und großer Ausbildungsbetrieb ist gesellschaftliches Engagement Teil unseres Selbstverständnisses“, erklärt Werksleiter Dr. Rainer Gerling die Motivation hinter der Aktion. „Die Krankheit kann bei jedem auftreten, und wir wollen bereits unsere jungen Mitarbeiter sensibilisieren und sie unterstützen, sich für andere einzusetzen.“ (red/rey)

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