Ab Januar gibt es in Philippsthal keine Filiale mehr – Übergangslösung geplant

Die Post macht Pause

Kasten und Schriftzug gibt es noch: Die letzte von der Post selbst betriebene Filiale befand sich im ehemaligen Pferdestall des Philippsthaler Schlosses. Weil das Unternehmen in der Marktgemeinde keinen Vertragspartner mehr gefunden hat, der seine Leistungen als Subunternehmer anbietet, muss die Post wieder eigene Mitarbeiter einsetzen. Foto: Eisenberg

Philippsthal. Wer in Philippsthal Dienstleistungen der Post oder Postbank in Anspruch nehmen will, muss nach dem Jahreswechsel weitere Wege zurücklegen. Ab Januar gibt es in der Marktgemeinde keine Postfiliale mehr – allerdings nur vorübergehend, wie Unternehmenssprecher Thomas Kutsch betont.

Vor einigen Jahren hatte das Nachfolgeunternehmen der einstigen Bundespost seine Niederlassungen flächendeckend geschlossen und als Agenturen in den Einzelhandel verlagert. In Philippsthal wurden Brief-, Paket-, und Bankservice des Unternehmens in Supermärkten und zuletzt in einem Naturkostgeschäft an der Rathausstraße im Kernort angeboten. Dieses Geschäft schließt aber zum Jahresende – und mit ihm auch die Postagentur. Sein Unternehmen habe deshalb nach einem neuen Kooperationspartner für eine neue Filiale gesucht, erklärt Pressesprecher Thomas Kutsch.

Bisher habe man unter den Einzelhändlern in der Marktgemeinde aber keinen Interessenten gefunden. Die Post werde deshalb eine Interims-Filiale einrichten, die vorübergehend mit eigenem Personal betrieben wird.

Gesetzlich verpflichtet

Dazu, erläutert Kutsch, sei das Unternehmen in Gemeinden über 2000 Einwohnern gesetzlich verpflichtet. Derzeit werde mit Unterstützung der Gemeinde nach geeigneten Räumen gesucht. Das brauche jedoch Zeit. Die Filiale könne deshalb frühestens im Februar eröffnet werden. „Wir bedauern es sehr, dass die Kunden in der Zwischenzeit auf die Nachbarorte ausweichen müssen“, betont Kutsch. In der Interims-Filiale sollen zudem nur Brief- und Paket-, jedoch keine Postbank-Dienstleistungen angeboten werden.

Orth bedauert Schließung

Bürgermeister Ralf Orth bezeichnet die Schließung als „bedauerlich“, das Unternehmen habe ihm jedoch zugesichert, dass wieder eine Niederlassung im Kernort eröffnet wird. Der Bürgermeister hat der Post bereits den Kontakt zu den Eigentümern von Räumlichkeiten im Schloss vermittelt. Diese seien nicht im Besitz der Gemeinde. Ob die Übergangs-Filiale tatsächlich dort einzieht, sei derzeit noch unklar. In der Zwischenzeit müssen die Philippsthaler auf die Postfilialen in den Geschäften der Nachbargemeinden ausweichen. Post-Agenturen gibt es in Vacha, Unterbreizbach, Ransbach, Friedewald und Heringen. Innerhalb der Marktgemeinde, in den Ortsteilen Heimboldshausen und Harnrode, gibt es Paketannahmestellen der Post-Tochter DHL.

Dort werden Brief- und Paketmarken verkauft und frankierte Päckchen angenommen, jedoch keine Briefe. Zudem existieren in Philippsthal auch Annahmestellen privater Paketanbieter.

Noch weitere Wege müssen die Postbank-Kunden auf sich nehmen: Die nächsten Filialen befinden sich in Bad Hersfeld, Bad Salzungen, Eiterfeld und Obersuhl.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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