Kinder aus Herfa und Heringen passten am Montag und Dienstag nicht mehr hinein

Bus platzt aus allen Nähten

Friedewald. Neues muss nicht unbedingt besser sein. Das haben am Montag und gestern Schülerinnen und Schüler am eigenen Leib erfahren, die mit der Linie 330 von Schenklengsfeld über Friedewald, Herfa und Heringen weiter zur Blumensteinschule nach Obersuhl fahren wollten.

Mit dem zum vergangenen Wochenende umgestellten Fahrplan des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) war für sie eine komplette Verbindung weggebrochen. So fuhr beispielsweise in Friedewald nur ein Bus um 6.46 Uhr ab. Der bisher auch eingesetzte Bus ab 7.11 Uhr war vom NVV aus dem Fahrplan gestrichen worden.

„Ich frage mich warum. Beide Busse waren morgens immer voll. Und jetzt sollen die Kinder plötzlich in einen hineinpassen“, empört sich Britta Schremmer aus Friedewald, deren Kinder auch die Blumensteinschule in Obersuhl besuchen.

Kein Zustieg möglich

Am Montag und Dienstag hätten die letzten Kinder in Friedewald in den einen verbliebenen Bus zusteigen können. „Ab Herfa ging dann nichts mehr. Die Kinder dort mussten wieder nach Hause gehen“, berichtet Schremmer. Zusammen mit vielen anderen betroffenen Eltern protestierte sie telefonisch beim Landkreis und beim NVV in Kassel.

Kreis-Pressesprecher Michael Adam bestätigte, dass mindestens 40 Anrufe in dieser Angelegenheit das Landratsamt erreicht hätten. „Schlagen sie noch einmal 40 drauf, dann kommt es vielleicht hin“, verdeutlichte die über die Busstreichung mehr als empörte Britta Schremmer.

Verantwortliche von NVV und Landkreis waren dann gestern vor Ort und nahmen eine Zählung vor. Resultat: Die Linie 330 nimmt um 6.28 Uhr Schüler aus Hohenroda und Schenklengsfeld in Schenklengsfeld auf und holt dann die Kinder in Friedewald ab. In Herfa sei heute Morgen um 6.47 Uhr erstmals die aufgrund des Bedarfs neu eingerichtete Linie 331 gestartet. „Sie wird dauerhaft bestehen bleiben“, erklärte Sabine Herms, Pressesprecherin des NVV.

Als Ursache für den Wegfall der einen Buslinie gab Herms steigende Kosten an. Zudem habe man nicht bedacht, dass neuerdings auch Schüler aus Hohenroda die Linie 330 nach Obersuhl ab Schenklengsfeld nutzen würden.

Nach wie vor voll

Für Britta Schremmer und einige andere betroffene Eltern ist das Thema damit aber noch nicht erledigt. „Wer kommt denn auf die Idee, einen der meist frequentierten Busse zu streichen. Der Bus ab Herfa ist jetzt zwar eine Erleichterung. Er ändert aber nichts daran, dass die Linie 330 ab Schenklengsfeld nach wie vor überfüllt ist. Am Montag soll es sogar Verletzte im Bus gegeben haben“, regt sich die Friedewalderin auf. Schremmer überlegt jetzt, ob sie nicht noch andere Betroffene findet, die mit ihr eine Sammelanzeige wegen grob fahrlässiger Beförderung bei der Polizei stellen wollen.

Von Mario Reymond

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