Dreitägiges Seelsorgeprojekt für Schüler aus Neu-Anspach auf Arhöna in Mansbach

Mit den Pferden flüstern

Striegeln statt rechnen und lesen: Dominik und Fabian mach die Arbeit mit den Pferden auf Arhöna in Mansbach sehr viel Spaß. Foto: nh

Mansbach. Immer wieder verschlägt es die Schulpfarrerin und -seelsorgerin Andrea Kühn-Mellender auf den Reiterhof Arhöna in Mansbach. „Ich bin bereits das fünfte Mal mit einer Schülergruppe hier“ sagt die Pfarrerin.

Diesmal betreuen Kühn-Mellender und ihre Kollegin, die Pastoralreferentin und Schulseelsorgerin Dagmar Steinmetz, 18 Mädchen und Jungen. Sie besuchen allesamt die Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach und haben sich sofort für das Projekt „Menschenflüstern – Pferdeflüstern“ begeistert.

Ziel des dreitägigen Aufenthalts in Mansbach ist die Kommunikation untereinander sowie mit den Tieren. „Wir haben uns viel vorgenommen. Unser Lerntagebuch umfasst 45 Seiten“, erklärt Andrea Kühn-Mellender.

Durch die Arbeit mit den Pferden erfahren die Mädchen und Jungen nicht nur viel über Stärken und Schwächen der Tiere sondern auch über sich selbst. Nach den eigentlichen Arbeitsstunden mit den Pferden wird abends der Tag noch einmal anhand des Lerntagebuchs nachgearbeitet.

Dabei werden viele Fragen zu den Schüler-Erlebnissen mit den Vierbeinern beantwortet.

Auch wird mit Hilfe von Körperübungen explizit daran gearbeitet, wie sich eindeutige, durchsetzungsstarke aber gewaltfreie Körperhaltung anfühlt, mit der sich jeder der jungen Teilnehmer dann gegenüber anderen Wesen durchsetzen kann – hier waren es die Pferde.

Und zum Schluss gilt es dann eine ganz wichtige Frage zu beantworten: Haben wir die Pferde heute genug gelobt? Haben wir uns selbst heute genug gelobt? „Die richtige Mischung aus Lob und Respekt anderen gegenüber ist es, die es für die Schülerinnen und Schüler immer wieder zu finden gilt“, erklären die beiden Schulseelsorgerinnen.

Die Kinder der aktuellen Gruppen hätten damit keinerlei Schwierigkeiten, sie seien bisher allesamt problemlos durchs Leben gekommen, erklärt Kühn-Mellender. Aber immer wieder reisen sie auch mit Mädchen und Jungen an, die über die Trennung der Eltern hinwegkommen müssen, die einen nahen Verwandten verloren oder die einfach Liebeskummer haben. „Ihnen allen hilft die Nähe zu den Pferden weiter“, glauben die beiden Schulseelsorgerinnen aus Neu-Anspach.

Doch auch den „problemlosen“ Mädchen und Jungen, die diesmal mit zu Arhöna nach Mansbach gekommen sind, macht die Begegnung mit den Pferden viel Spaß und sorgt dafür, dass sie künftig noch selbstbewusster, aber auch rücksichtsvoller anderen Menschen und auch Tieren gegenüber auftreten werden.

Von Mario Reymond

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