Die 21 Jahre alte Pia Wagner aus Schenklengsfeld studiert ein Jahr lang in Canterbury

Pauken im Land der Königin

Modernes Gebäude und viel Grün: Der weitläufige Campus der University of Kent in Canterbury ist noch bis Juni das zweite Zuhause von Pia Wagner. Foto: Wagner

Schenklengsfeld/Canterbury. Die Kleinstadt Canterbury in der Grafschaft Kent im Südosten Englands ist bekannt für ihre majestätische gotische Kathedrale und ihr typisch englisches Flair. „Es ist eine süße kleine Stadt mit vielen kleinen Lädchen“, erzählt die 21-jährige Pia Wagner aus Schenklengsfeld, die hier seit vergangenen September zuhause ist und ihr Jura-Studium im Rahmen des europäischen Austausch-Programms Erasmus fortsetzt.

Raus aus dem Alltag

„Ich wollte mal raus aus dem Alltag und Erfahrungen sammeln, die für die persönliche Entwicklung wichtig sind“, erklärt die Studentin der Philipps-Universität Marburg. Dafür nahm sie auch den langwierigen Bewerbungsprozess des Austauschs in Kauf, der bereits Ende 2011 begonnen hat. Bereut hat sie ihre Entscheidung bis heute nicht. „Viele deutsche Vorurteile über die Engländer sind unbegründet“, meint sie. „Sie sind sehr freundlich, hilfsbereit und interessiert.“

Auch das Leben im Studentenwohnheim auf dem Campus der University of Kent empfindet Pia als positiv. „Man trifft viele Studenten aus anderen Ländern und lernt viel über deren Kulturen.“

Das Jura-Studium in England unterscheidet sich grundlegend von dem in Deutschland, da das Rechtssystem des Vereinten Königreichs auf anderen Grundlagen beruht. „Das ist schon schwierig, auch weil hier das ganze Studium von der Uni durchorganisiert wird. In Deutschland ist eher selbstständiges Lernen gefragt“, erklärt Pia, die ihr Studium vor zweieinhalb Jahren begann.

Beeindruckt von Stonehenge

Trotz des zeitaufwendigen Studiums nutzt Pia ihre freie Zeit, um Ausflüge zu geschichtsträchtigen Orten zu machen. Neben der Metropole London schaute sie sich die berühmten weißen Klippen von Dover, den Küstenort Whitstable und die Weltkulturerbestätte Stonehenge an. „Es ist beeindruckend, wie die Menschen damals die riesigen Steine ohne viele Hilfsmittel aufstellen konnten.“

Erst kürzlich besuchte sie die prestigeträchtigen Universitäten in Oxford und Cambridge, wo sie mehrere Orte aus den Harry Potter-Büchern wiedererkannte. Bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland im Juni möchte Pia außerdem Cornwall bereisen und sich Windsor Castle, den Landsitz der Königsfamilie vor den Toren Londons, anschauen.

Vermissen wird die 21-Jährige die typisch englischen Doppeldeckerbusse und den Kontakt zu Studenten aus ganz Europa. „Aber auf keinen Fall den Linksverkehr, den vielen Regen und das englische Essen“, erklärt sie mit einem Lachen. „Das ist gewöhnungsbedürftig. Aber meine Familie versorgt mich hier gut mit heimischer ‚Stracke’ und Schokolade.“

Eine englische Tradition nimmt Pia aber dennoch mit nach Waldhessen: „Ich trinke jetzt viel mehr Tee als früher.“

Von Nicole Wagner

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