Modelleisenbahnen der Spur II wurden in Schenklengsfeld ausgestellt

Originale auf Schienen

Liebe zum Detail: Vor allem die Dampfloks der Spur II faszinieren durch den nahezu originalgetreuen Nachbau. In Schenklengsfeld waren sie dann auch häufig bestaunte Objekte. Foto: roda

Schenklengsfeld. Einmal im Jahr treffen sich aus ganz Deutschland die Modelleisenbahner der so genannten Spur II in Schenklengsfeld. Dort hatten am Samstag Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) zusammen mit den Eisenbahnfreunden aus Bad Hersfeld in der Sporthalle ihre Segmente großräumig zu einer Gesamtanlage aufgestellt. Um die 120 Module wurden dabei zu einem Schienennetz mit etwa 100 Metern Länge zusammengebaut. Außerdem bekommen regional bedeutende und auch heute noch existierende Bahnanlagen, wie zum Beispiel die Norddeutsche Torfbahn oder die Harzer Schmalspurbahn zum Brocken, als Modell musealen Vorführwert.

Steuerung per Funk

Die Züge steuerten ihre Eigner dann per Funkbefehl mit einem Gerät aus der Hand oder über den Computer. Mit dem passenden Programm ausgestattete Smartphones seien dafür schon einsetzbar, sagte einer der Modelleisenbahner. Im Gefolge der Ausstellung waren auch Anbieter von Zubehör sowie Einzelelementen nach Schenklengsfeld gekommen.

So etwa präsentierte Gunter Espel aus Aspach bei Stuttgart ein optisch auffälliges Modell einer heute noch betriebsfähigen Dampflokomotive im Privatbesitz mit Standort in Gossen bei Leipzig, die übrigens als weltschnellste ihrer Bauart gilt. Das Original mit 2,30 Meter hohen Treibrädern wurde seinerzeit von der DDR-Reichsbahn zur Erprobung von Reisezugwagen im höheren Geschwindigkeitsbereich bis 160 km/h eingesetzt. Das Vorbild wiegt 180 Tonnen, der zum größten Teil aus Messing gefertigte Nachbau 16 Kilogramm. Mit der Herstellung des in originalgrün lackierten und 1,13 Meter langen Modells war Espel über 3500 Stunden beschäftigt.

In Schenklengsfeld bot er es nun zum Verkauf an. Ihn interessiere eigentlich nur der Bau einer solchen Lokomotive, sagte der Konstrukteur dazu mit einem lässigen Schulterzucken.

Von Hans-H. Hartmann

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