Weltgebetstag: Gottesdienste rückten den Inselstaat Kuba in den Vordergrund

Offene Türen statt Mauern

Engagierte Freiwillige: Die Frauen der Vorbereitungsgruppe gestalteten den Schenklengsfelder Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrerin Marie-Therese Eckardt, dem Frauensingkreis und Margret Wolf an der Orgel. Foto: Nicole Wagner

Schenklengsfeld. „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf.“ Das Motto des diesjährigen Weltgebetstages wurde bereits durch das Titelbild unterstrichen, auf dem sich ein Kind und ein Erwachsener an den Händen halten. Dieses Zeichen der Akzeptanz und Weiterentwicklung war während des gut besuchten Gottesdienstes in der Mauritiuskirche in Schenklengsfeld am vergangenen Freitag allgegenwärtig. Mit Eifer und Tatendrang von der lokalen Vorbereitungsgruppe nach den Vorgaben der diesjährigen Gastgeber aus Kuba gestaltet, bot er den Besuchern einen Einblick in das Leben in dem im Umbruch befindlichen Karibikstaat. Gottesdienste zum Weltgebetstag fanden auch in zahlreichen anderen Gemeinden statt.

„Lass die Mauern, die von der amerikanischen Wirtschaftsblockade errichtet wurden, zu Türen werden, die sich weit öffnen und willkommen heißen.“ Im Zentrum des Gottesdienstes, der von rund 20 kubanischen Frauen unterschiedlicher Konfessionen konzipiert worden ist, standen die Hoffnungen, die sie nach der Annäherung von Staatspräsident Raúl Castro und US-Präsident Barack Obama angesichts ihrer Zukunft hegen.

„Sorgenkind“ und Vorbild

Nach der jahrzehntelangen wirtschaftlichen Isolierung von der „westlichen Welt“, die auch den Stillstand der gesellschaftlichen Entwicklung des sozialistischen Staates zur Folge hatte, ist das Land geplagt von Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Ungleichheit. Die Abwanderung von jungen Menschen, denen die berufliche Perspektive fehlt, ist die Folge.

Dennoch sind die Frauen auch dankbar für viele positive Dinge in ihrer Heimat. Kuba bietet kostenlose Bildungsmöglichkeiten bis hin zum Universitätsabschluss und verfügt über ein vorbildliches Gesundheitssystem. Zudem ist die Gleichberechtigung der Frau in dem karibischen Sonnenstaat verfassungsrechtlich manifestiert. Diese positiven Aspekte würdigte der Gottesdienst auch in Form von Zitaten kubanischer Kinder, die von den Mitwirkenden abwechselnd vorgetragen wurden.

Der kubanischen Gastfreundschaft und Lebensfreude wurde bereits vor Beginn des Gottesdienstes durch das Verteilen von landestypischem Kaffeelikör und Limonade Ausdruck verliehen. Zudem erhöhte ein kubanisches Lied merklich das Tempo. „Ein wenig von diesem Rhythmus können wir uns in unsere Gottesdienste mitnehmen“, schlug Pfarrerin Marie-Therese Eckardt mit einem Lächeln vor.

Buffet im Gemeindehaus

Im Anschluss an den Gottesdienst lud die Vorbereitungsgruppe außerdem zu einem Buffet mit selbst zubereiteten kubanischen Spezialitäten im Gemeindehaus ein.

Der Weltgebetstag ist eine weltweite, ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen. Ihr Herzstück ist ein Gottesdienst, den jedes Jahr Frauen eines anderen Landes vorbereiten. Er wird immer am ersten Freitag im März gefeiert.

Von Nicole Wagner

Kommentare