Porträt: Irmgard Wicke leitete 38 Jahre lang den Singkreis Heimboldshausen

Noten trickreich umgangen

Erinnerungen: Irmgard Wicke hat in 38 Jahren als Chorleiterin des Singkreises Heimboldshausen viel erlebt. Foto:  Henning

Röhrigshof. „Was soll ich über mich groß erzählen?“ Dieser Satz stammt von Irmgard Wicke aus Röhrigshof. Er drückt die ganze Bescheidenheit aus, mit der die 84-Jährige durchs Leben geht. 38 Jahre war sie die Chorleiterin des Singkreises in Heimboldshausen. Jetzt muss sie aus gesundheitlichen Gründen aufhören. In ihrer Küche sitzend kramt sie plötzlich eine Urkunde vor, die das 30-jährige Bestehen des Singkreises im Jahre 2006 bescheinigt.

Und Irmgard Wicke erinnert sich weiter. Im Jahr 1976, noch zu Pfarrer Weinrich’s Zeiten, feierten Irmgard und Helmut Wicke ihre silberne Hochzeit. Einige Frauen aus der Frauenhilfe sangen dem Silberpaar einige Lieder und hierbei kam Irmgard Wicke die Idee, einen Singkreis ins Leben zu rufen. Etwa 25 Frauen aus Gethsemane, Heimboldshausen und Röhrigshof trafen sich jetzt immer montags im Martin-Luther-Haus zur Singstunde.

Noten lesen kann sie nicht

Die ersten Notenblätter wurden beim Heimboldshäuser Gemeinschaftschor mitgenommen. Texte, die nicht zum Auftritt passten, wurden einfach umgeschrieben. Auch dafür, dass Irmgard Wicke keine Noten lesen kann, wurde eine Lösung gefunden. Helmut Wicke spielte die Lieder auf seinem Klavier und ihre Kinder nahmen dies auf Tonband auf. Nun übte Irmgard Wicke solange, bis sie die Lieder dreistimmig singen konnte.

Ihren Mann Helmut erwähnt Irmgard Wicke immer in sehr liebevoller Weise. Bei all ihren Tätigkeiten hatte sie seine volle Unterstützung. Leider ist er vor zwei Jahren verstorben.

Ihr größter Wunsch, einmal mit dem Singkreis in der Stadtkirche von Bad Hersfeld aufzutreten, ging vor drei Jahren in Erfüllung. Inmitten der vielen großen Chöre haben die Heimboldshäuser mit ihrem Gesang und einigen Mundharmonikastücken einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Immer wieder ermutigt

In den ganzen Jahren blieb Irmgard Wicke auch von Krankheiten nicht verschont und dachte schon öfter daran aufzuhören. Doch der jetzige Pfarrer von Heimboldshausen, Pfarrer Martin Rode, ermutigte sie immer wieder dazu weiter zu machen. Gerade der Glaube an Gott und die Gebete haben Irmgard Wicke hierfür die Kraft gegeben.

Momentan wird der Singkreis von Ursel Möller und Helga Wagner geleitet. Doch Auftritte zu Feierlichkeiten können zurzeit leider nicht wahrgenommen werden. Sollte sich jemand dazu berufen fühlen, das Lebenswerk von Irmgard Wicke fortzuführen, kann er sich gerne bei Ursel Möller und Helga Wagner melden.

Irmgard Wicke selbst ist bei einem persönlichen Gottesdienst in der Kirche Heimboldshausen als Chorleiterin verabschiedet worden.

Von Heike Henning

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