Bundesverband der Kleinwüchsigen traf sich zum 25. Jahresforum im Hessenhotelpark in Hohenroda

Nicht groß, aber sonst ganz normal

Bessere Übersicht: Auch beim Mittagessen im Hessen Hotelpark fühlen sich die kleinwüchsigen Gäste fast wie zu Hause, wie hier vor dem in der Höhe angepassten Büfett. Normalos müssen sich dann eben tiefer bücken. Das Haus hat sich während des Forums ganz auf die Belange der 600 Teilnehmer eingestellt. Foto: roda

Hohenroda. Knapp 600 Teilnehmer zählte das 25. Kleinwuchsforum im Hessen Hotelpark Hohenroda, das der Bundesverband Kleinwüchsiger Menschen und ihre Familien (BKMF) von Himmelfahrt bis Sonntag veranstaltete. Unter dem Tagungsmotto „Kleinwuchs im Alltag - Ich liebe mich“ wurden unter anderem die Schwerpunktthemen „Psychologische Aspekte bei Kleinwuchs“ und „Wirbelsäulenchirurgie bei erwachsenen Menschen mit Kleinwuchs“ angesprochen.

Wolfgang Küssner, im Bundesverband für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bezeichnet das jährliche Forum in Hohenroda als einzigartig in Europa, von dem wesentliche Impulse für die wissenschaftliche Arbeit sowie zur Alltagsbewältigung der Betroffenen ausgingen.

Bedeutende Veranstaltung

Die Bedeutung der Veranstaltung unterstrichen zudem der Vortrag einer hochrangigen Vertreterin aus dem Bundesgesundheitsministerium sowie Fachvorträge zum aktuellen Stand der medikamentösen Behandlung oder der Korsettversorgung bei Wirbelsäulendeformitäten.

Ein spezielles Kinder- und Jugendprogramm widmet sich gemäß dem Tagungsmotto auch den jungen Mitgliedern. „Die Jungen und Mädchen freuen sich sogar auf das Jahrestreffen und profitieren noch lange Zeit hinterher davon“, weiß Wolfgang Küssner aus Erfahrung.

Spürbare Vorbehalte

Er selbst ist normal gewachsener Vater eines kleinwüchsigen Sohnes und bedauert die oft spürbaren Vorbehalte gegenüber Personen mit dieser körperlichen Anomalie. Denn geistig intellektuell gebe es keinerlei Einschränkungen. Kleinwüchsige brächten in vielen Berufen bis hin zum Akademiker die gleiche Leistung, wie Menschen mit normaler körperlicher Entwicklung.

Der Bundesverbandssprecher kritisiert in diesem Zusammenhang auch die öffentliche Wahrnehmung, die in Deutschland weitaus schlechter sei, als etwa in Holland, Dänemark oder anderen Nachländern.

„In Hohenroda jedoch sind die Kleinwüchsigen mit ihren Angehörigen während des Forums die Hauptpersonen“, lobt Wolfgang Küssner den Hessen-Hotelpark, der sich etwa mit angepassten Sitz- und Tischmöbeln auf seine Gäste eingestellt hat.

Von Hans H. Hartmann

Kommentare