Bischof Hein eröffnete Visitation im Kirchenkreis Fulda mit Predigt in Mansbach

Der Tod ist nicht das Ende

Bischof Martin Hein (Zweiter von links) predigte am vergangenen Sonntag in der Mansbacher Kirche. Dieser Gottesdienst stellte den Beginn seines viertägigen Visitationsbesuchs im Kirchenkreis Fulda dar. Vorne rechts steht Mansbachs Pfarrer Harald Krüger. Foto: Burkhardt

Mansbach. Das Gewölbe der Mansbacher Dorfkirche – ein sehenswertes Gotteshaus aus der Barockzeit – ist reich mit Engeln verziert. Doch unter den himmlischen Heerscharen stehend, sprach Bischof Martin Hein am vergangenen Sonntag in seiner Predigt erst einmal viel von Unglauben und Zweifel.

Der Predigttext, die Ostergeschichte nach dem Evangelisten Markus, lud dazu ein. Denn dort wird zusammenfassend geschildert, dass selbst die engsten Vertrauten Jesu die Botschaft von dessen Auferstehung nicht glauben können: Sowohl die Frauen, die mit der Nachricht vom Grab kommen, als auch die Jünger, die ihren Meister auf dem Weg nach Emmaus getroffen haben, stoßen auf eine Wand des Zweifels.

Kaum zu glauben

„Der Glaube an Ostern hat es schwer – nicht erst bei uns“, unterstrich Hein. Dass diese Geschichte vom Zweifeln, vom Nicht-Wahrhaben-Können so detailliert in der Bibel stehe, zeige, dass die frühen Christen keine Legende um das Ostergeschehen gestrickt hätten. Vielmehr sei diese Haltung ein Bekenntnis. Es laute: „Eigentlich ist das, was wir als Christen zu verkünden haben, kaum zu glauben.“ Und diese Aussage gelte, trotz aller Erfindungen, die die Menschheit in den vergangenen 2000 Jahren gemacht habe, heute noch. Denn dass einer, der wirklich tot war, lebendig sei, dazu in einer völlig neuen, nicht mehr an die Begrenzungen dieser Welt gebundenen Weise - das fordere einfach Zweifel heraus, damals wie heute.

Diesen Zweifel ernst zu nehmen, sei wichtig. Denn auch heute erlebten die Menschen, welche Lücke der Tod eines Angehörigen reiße, wie das Töten und nicht die Liebe die Welt zu regieren scheine.

Die Zuversicht

Dennoch habe der Osterglaube, also die Zuversicht darauf, dass der Tod nicht das Ende bedeutet, die Zeiten überdauert. Denn Ostern sei ein Erlebnis, durch das man die Welt mit anderen Augen sehen lerne. Nicht durch die Worte, sondern durch die Begegnung mit dem Auferstandenen hätten die Jünger die Kraft gefunden, das „Schneckenhaus der Trauer“ zu verlassen und zuversichtlich zu predigen, sagte Hein. „Aber wer erfährt, wie sehr unser Leben in all seinen Gefährdungen gehalten und oft genug behütet ist, der kann gar nicht anders, als darin den auferstandenen Christus am Werk zu sehen.“ Diese Zuversicht gebe den Christen auch die Kraft, sich für die Welt und deren Veränderung einzusetzen. Die Botschaft der Auferstehung bedeute auch heute ein Heraus – aus den Gräbern, aus der ewigen Folge von Hass und Gewalt. Dazu mache christlicher Glaube, der stets Osterglaube sei, Mut.

Der Bischof war gemeinsam mit dem Mansbacher Pfarrer Harald Krüger, Kirchenvorsteherin Christine Volkenand (Eiterfeld-Rasdorf) und Dekan Bengt Seeberg in die Kirche eingezogen. Krüger hatte die Gemeinde zu dem Kirchspielgottesdienst willkommen geheißen. Musikalisch wurde die Feier vom Posaunenchor Erdmannrode, dem gemischten Chor Mansbach und Organistin Waltraud Möller gestaltet.

Ordnung der Landeskirche

Bengt Seeberg, Dekan des Kirchenkreises Fulda, erläuterte der Gemeinde, dass die Ordnung der Landeskirche solche Visitationen vorsehe, weil der Bischof so Einblick in die Situation in den Kirchenkreisen gewinne und damit seiner Verantwortung für die Gebiete der Landeskirche gerecht werde.

Von Hartmut Zimmermann

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