Unterhaltsamer Dorfabend der Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld

Neues vom Nabel der Welt

„Waidmannsheil und Horrido“: Bei ihrem Dorfabend präsentierte die TVG Schenklengsfeld Jägerlieder und Tänze in einem rundum unterhaltsamen Programm. Fotos: Landsiedel

Schenklengsfeld. Ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Waidmannsheil und Horrido!“ mit zünftiger Musik, volkstümlichen Liedern, farbenfrohen Volkstänzen und – wie könnte es auch anders sein – „Laenschelder“ Mundart präsentierte die Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld am Samstag- und Sonntagabend im Schenklengsfelder Bürgerhaus.

Wie immer waren die Erwartungen des Publikums hoch gesteckt und die TVG lieferte. Unter der bewährten Leitung von Gerald Bock sorgte die Kapelle im vollbesetzten Saal des Bürgerhauses von Anfang an für Stimmung. Es folgte eine lockere Abfolge von schmissigen Musikstücken, die diesmal zum Großteil an das Repertoire der „Oberkrainer Musikanten“ angelehnt waren, Chorgesang und schwungvollen Volkstänzen, die von den begeisterten Zuschauern denn auch mit reichlich Zwischenapplaus belohnt wurden.

Irrwitzige Ideen

Lachtränen im Publikum riefen auch in diesem Jahr wieder die von den Schenklengsfeldern stets mit Spannung erwarteten „Geschwaetzer oam Melchbock“ hervor. Mit einem wahren Feuerwerk irrwitziger Ideen und verquerer Analysen aktueller (lokal)politischer Ereignisse, vorgetragen in perfektem „Laenschelder“ Platt, bewiesen Ulrike Stang-Bein sowie Peter und Werner Henkel einmal mehr, dass sich die Welt eben doch um den Schenklengsfelder „Melchbock“ dreht. Von der Bad Hersfelder Festspielen über den Abgas-Skandal bei VW bis hin zur WM-Vergabe kam alles auf den Tisch bzw. den Bock.

Dorfabend in Schenklengsfeld

Auch die Hersfelder Zeitung wurde diesmal durch den Kakao gezogen. „Der Struthoff muss aufpassen, der Reymond sägt schon an seinem Stuhl. Der sitzt nämlich in Heringen, das ist doch der beste Job bei der Zeitung, da hat der immer was zu schreiben“, stellte Werner Henkel fest und ergänzte „Naja, zur Strafe hat den der Struthoff erstmal als Zeitung verkleidet beim Lollsumzug mitlaufen lassen“. Ulrike Stang-Bein wunderte sich darüber, dass der neue Landrat so selten in der Zeitung zu sehen sei, wo doch der alte Landrat jeden Tag dreimal in der „Zietong“ gewesen wäre. Auch dafür hatte die „Melchbock“-Runde natürlich eine passende Erklärung: „Der Schmidt hat ja noch was dargestellt, aber der Koch. Die müssen die Zeitung jetzt erstmal vom Quer- auf Hochformat umstellen und das dauert seine Zeit“, wusste Peter Henkel aus gut informierten Kreisen zu berichten.

Auf die Jagd

Nachdem alle Lachtränen wieder getrocknet waren, ging es zum Abschluss gemeinsam auf die Jagd. Kapelle, Chor und Tanzgruppe präsentierten Jagdhornsignale, Jägerlieder und -tänze. Am Ende des knapp zweistündigen Programms gab es stürmischen Applaus für alle Mitwirkenden vor, auf und hinter der Bühne.

Von Thomas Landsiedel

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