Schwedischer Investor EQT ist Mehrheitsanteileigner von E.on Energy from Waste

Neue Leitung für Kraftwerk

Riesige Mengen: Im Heringer Heizkraftwerk werden jährlich 275 000 Tonnen Müll verbrannt. Die dabei gewonnene Energie wird in Form von Dampf an den K+S-Standort Wintershall geliefert. Foto: Reymond

Heringen. Das Heringer Müllheizkraftwerk vermeldet einen Erfolg. In den Brennkammern des 130 Millionen Euro teuren Kraftwerks sind seit der Inbetriebnahme vor knapp vier Jahren schon mehr als eine Million Tonnen Abfall verbrannt worden. Dabei werden jährlich 932 000 Megawattstunden an Energie in Form von Dampf erzeugt, die über ein Leitungssystem das benachbarte Kaliwerk Wintershall versorgen.

Energie für 47 000 Haushalte

„Mit diesem Energieaufkommen könnten 47 000 Haushalte ihren jährlichen Heiz- und Warmwasserbedarf abdecken“, erklärt Dr. Ralf Borghardt, Geschäftsführer der E.on Energy from Waste Heringen GmbH. Doch diese Bezeichnung wird es ab dem 1. Juli nicht mehr geben. Denn bereits am 21. März hat die E.on einen Verkaufsprozess über ihre 17 Abfallverwertungsanlagen abgeschlossen. Das Sagen hat künftig der schwedische Finanzinvestor EQT. Mit 51 Prozent ist EQT Mehrheitsanteilseigner und hat somit die unternehmerische Führung übernommen. E.on bleibt mit 49 Prozent beteiligt.

Für die Mitarbeiter des Müllheizkraftwerks am Standort in Heringen habe diese Strukturveränderung keinerlei Auswirkungen. „Das Geschäft läuft ganz normal weiter“, erklärt Monika Lidmila, bei E.on Energy für die Kommunikation zuständig.

Veränderungen wird es aber dennoch geben. So wird sich das Erscheinungsbild des Unternehmens ändern. Die neue Farbe in der Außendarstellung des Müllkraftwerks wechselt vom bekannten E.on-Rot hin zu einem Orangeton, der passend zu einer Verbrennungsanlage an Flammen erinnern soll.

Auch der Name des Kraftwerks wird zum 1. Juli in EEW Energie from Waste Heringen GmbH wechseln. Und die neue Unternehmensbezeichnung wird dann auch in einem anderen Schriftbild mit Flamme erscheinen. „Alles, bis auf die Gebäudekomplexe selbst, soll diese neue Farbe erhalten. Arbeitskleidung, Türschilder, Fahnen“, erklärt die Pressesprecherin.

Auf den Anstrich der Kraftwerksgebäude wird hingegen mit Blick auf die Kosten verzichtet. Schließlich setzt der neue Mehrheitsanteilseigner darauf, Profit zu erzielen. „EQT schaut auf das Wachstumspotenzial. Der Eigentümer auf Zeit möchte die Abfallverwertungsanlagen in einigen Jahren sicher wieder gewinnbringend veräußern“, ist sich Monika Lidmila sicher.

Von Mario Reymond

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