Mehr zum Thema: Festakt in Philippsthal erinnert an den Mauerfall vor 25 Jahren

Neue Hoffnung für Europa

Festredner: Der italienische Europa-Staatssekretär Sandro Gozi (links) hält in Philippsthal den Festvortrag. Unser Foto zeigt ihn mit Staatsminister Michael Roth beim EU-Ministertreffen im Juni in Luxemburg. Foto: dpa

Philippsthal/Herleshausen. 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs rückt das Werratal für zwei Tage in den Fokus der Europa-Politik. Denn obwohl die Erinnerung an die Wende im Vordergrund des Europa-Ministertreffens steht, wird dort auch handfeste Politik gemacht.

„Das ist nicht nur ein Frühstückstreffen“, sagt Staatsminister Michael Roth. Denn unter dem Eindruck der Krisen in der Ukraine, aber auch im Irak und Syrien sei eine stetige und enge Abstimmung der europäischen Nachbarn wichtig. Gerade die ehemaligen Ostblock-Staaten drängten auf ein klare Haltung der EU gegenüber Russland.

Gemeinsame Erklärung

Außerdem will das Weimarer Dreieck Deutschland, Polen und Frankreich bei seiner Tagung in Herleshausen in einer gemeinsamen Erklärung die Bedeutung der europäischen Wertegemeinschaft würdigen. Ziel von Europa müsse es sein, wieder Vertrauen und Hoffnung in die Staatengemeinschaft zu stärken, angesichts der Herausforderungen in der Nachbarschaft, heißt es im Textentwurf, der unserer Zeitung vorliegt.

„Bei der Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck und mit den anderen Europa-Ministern entstehen enge Kontakte“, erläutert Roth. Deshalb sei es eine gute Tradition, dass diese Treffen immer auch mal in der jeweiligen Heimat der einzelnen Politiker stattfinden. Zudem erhofft sich Roth davon auch, den Blick der Europa-Politik auf unsere Region zu lenken. „Überregional wird oft nur wahrgenommen, was in Berlin passiert, dabei verlief die Grenze zwischen Ost- und West-Europa auch mitten durch unsere Region“.

Auch Philippsthals Bürgermeister Ralf Ort ist stolz darauf, dass gerade in seiner Gemeinde am Samstagvormittag ab 10 Uhr in der Kreuzberghalle der offizielle und öffentliche Festakt zum Gedenken an den Mauerfall stattfindet. Er hofft auf eine rege Anteilnahme der Bevölkerung.

Blick für Kali-Industrie

Aber Orth denkt noch weiter: „Unser Kali-Revier ist stark von der europäischen Politik abhängig“, sagt er etwa mit Blick auf die EU-Wasserrahmenrichtlinien, die die Laugeneinleitung von K+S in die Werra reglementiert. „Ich hoffe, die Europa-Minister bekommen durch ihren Besuch hier mehr Verständnis für die engen Zusammenhänge von Kali-Industrie und Arbeitsplätzen in unserem Revier“, sagt Orth.

Die Werra-Gemeinde wird übrigens eine bleibende Erinnerung an das Gipfeltreffen erhalten. Im Anschluss an den Festakt werden die Europa-Minister mehrere Bäume in Philippsthal pflanzen, die dann ebenso gut gedeihen sollen, wie Frieden und Freundschaft in Europa. TExt unten

Von Kai A. Struthoff

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