Museumstag: Heimatverein organisierte Führung

Nazi-Terror begann vor 80 Jahren

Stummer Zeitzeuge: An der historischen Linde in Schenklengsfeld stand früher ein Schaukasten des Nazi-Hetzblattes „Der Stürmer“. Karl Honikel (rechts) zeigte den Rundgang-Teilnehmern ein Titelblatt und erzählte ihnen zudem von Familienschicksalen jüdischer Einwohner. Foto: roda

Schenklengsfeld. Die jährliche Teilnahme am internationalen Museumstag ist für den Schenklengsfelder Heimatverein fast schon ein Pflichttermin. Diesmal hatte Vorsitzender Karl Honikel Führungen durch den Ort organisiert, die an den Beginn des Nazi-Terrors vor 80 Jahren gegen die jüdische Minderheit in Schenklengsfeld erinnern sollten.

Der Rundgang begann am Museum Judaica mit einer Einführung zu Personen und Örtlichkeiten der damaligen Epoche. Heute noch vorhandene Häuser von ehemals dort lebenden Juden vermittelten zudem plastische Vorstellungen.

Ausführliche Erläuterungen gab Honikel an der Linde zum früheren Standort eines Schaukastens für das Nazi-Hetzblatt „Der Stürmer“. Großformatige Fotos von Familien und Häuserkulissen rund um den Lindenplatz vermittelten den Rundgang-Teilnehmer Eindrücke des damaligen Geschehens. Auch der Standort des vormaligen jüdischen Ritualbades für Frauen, nur einige Schritte weiter, ist ein heute allerdings nicht mehr vorhandenes Dokument dieser Kultur.

Die geschichtliche Führung endete schließlich am Parkplatz nahe des Landgasthauses Steinhauer. Dort gegenüber, am anderen Solzufer, war im Monat März des Jahres 1933 ein jüdisches Haus niedergebrannt, dessen Brandursache nie geklärt wurde. Karl Honikel konnte von der Ruine sogar ein historisches Foto zeigen und sprach die Vermutung aus, dass dem Regime willfährig ergebene SA-Männer das Feuer gelegt haben könnten. (ha)

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