250 Dinge, die wir an der Region mögen (201): Wandertour um den Landecker

Natur und Geschichte am Weg

Für den Wanderer ist der Landecker-Rundweg mit 14 Kilometern Länge ein ordentlicher Tagesausflug. Geschichtsträchtige Plätze und Panoramablicke bieten Gelegenheit zum Zwischenaufenthalt. Skizze: roda

Kuppenrhön. Im Wanderführer „Knüll-Waldhessen-Schwalm“ bezeichnet Autor Karl Trott den Landecker-Rundweg als einen der schönsten Wanderwege des Kreisgebietes. Ungeachtet dieser persönlichen Bewertung, ist die 14 Kilometer lange Route mit weiten Ausblicken in die Umgebung sowie Streckenabschnitten durch lichte Buchenwaldbestände ein nachhaltiges Naturerlebnis.

Landschaftsräumlich gehört der Landecker Berg wie sein Nachbar Dreienberg zur nördlichsten Ausdehnung des Mittelgebirges Rhön. Etwa ab Hünfeld wird dieses Gebiet auch Kuppenrhön genannt. Charakteristisch sind die bewaldeten Hügel. Geschichtlich überliefert ist zudem die Bezeichnung „Landecker Amt“ als früherer Verwaltungs- und Gerichtsbezirk für die umliegenden Dörfer.

Den Landecker umgeben die Ortschaften Schenklengsfeld mit Oberlengsfeld, Ransbach, Ausbach Hillartshausen und Hilmes. Von dort aus sind auf asphaltierten Wirtschaftswegen jeweils Autohalteplätze nahe des Rundweges zu erreichen. Der Einstieg für diesen Bericht beginnt auf der Wasserscheide zwischen Ausbach und Hillartshausen direkt am Abzweig der Kreisstraße 12. Vom Abstellplatz geht es zunächst für 450 Meter auf dem befestigten Weg in den Wald hinein, bevor die weiße Markierung „L“ (Landecker-Rundweg) ab hier die Orientierung erleichtert.

„Rittersprung“

Die Kennzeichnung führt den Wanderer zunächst weiter auf dem Weg und dann rechts ab am Osthang zum Hochplateau hinauf. Ganz in der Nähe befindet sich an einer steilen Felsklippe der „Rittersprung“, der einer Sage nach im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) einen hessischen Jäger vor der Verfolgung einer Schar französischer Soldaten rettete.

Auf dem Kammweg geht es nun weiter Richtung Hilmes. Nicht weit davon stand bis zur Beendigung des kalten Krieges eine Radaranlage der Bundeswehr, die den östlichen Luftraum überwachte. Abwärts am Waldrand wird nun das Dorf sichtbar.

Alternativroute

Kurz darauf gewahrt man nach links abzweigend den Hinweis auf die Burg Landeck. Hans-Dieter Schölling aus Hohenroda-Ausbach hat hier für geschichtsinteressierte Wanderer eine Alternativroute hinauf zur den Überresten der bereits 1525 im Bauernkrieg zerstörten Festungsanlage beschildert. Der L-Weg aber führt weiter bis zur Südwestspitze des Landeckers und gewährt von hier einen weiträumigen Panoramablick über Schenklengsfeld und die Nachbardörfer.

Die Route führt nun nach Osten in Richtung Ransbach und stößt hier bei der Schutzhütte auf ein Gebiet, das kürzlich auch wegen seiner seltenen Orchideenarten zur Kernzone des Biosphärenreservats Rhön erklärt wurde. Eine Alternativroute südlich von Ausbach oberhalb des alten Sportplatzes gewährt dem Wanderer einen Landschaftsblick bis ins Werratal und zu den Kalibergen, bevor der Startpunkt wieder erreicht wird.

Von H.-H. Hartmann

Kommentare