250 Dinge, die wir an der Region mögen (128): Der Dreienberg bei Friedewald

Natur bleibt ungestört

FRIEDEWALD. Der Dreienberg bei Friedewald ist der nordöstlichste Ausläufer der Kuppenrhön und liegt dort, wo die Flüsse Fulda und die Werra sich am nächsten kommen. Genau dort endet das Rhöngebirge und das Fulda-Werra-Bergland mit dem Seulingswald beginnt. Der Dreienberg bildet eine Kernzone des Biosphärenreservates Rhön.

In diesem Gebiet wird keine Nutzung mehr vorgenommen, da die Natur sich ohne den Einfluss durch den Menschen entwickeln soll. Dieser Prozess wird wissenschaftlich beobachtet und die dadurch gewonnenen Erkenntnisse sollen in die zukünftige Nutzung der Rhöner Kulturlandschaft einfließen.

Die Kernzone im insgesamt 343 Hektar großen Naturschutzgebiet Dreienberg hat eine Größe von 245 Hektar, liegt zwischen 408 und 524 über NN und beherbergt somit die größte Kernzone im Biosphärenreservat Rhön. Auf dem Kalktafelberg kann man noch große Bestände mit mächtigen Buchen, Spalten und Höhlen im Kalkfelsen bestaunen.

Es wachsen dort die Waldgesellschaften des Perlgras-Buchenwaldes, Blatterbsen-Buchenwaldes und des seltenen Orchideen-Buchenwaldes. Alte urwaldähnliche Buchenwälder mit einem hohen Anteil von Totholz und zahlreichen Höhlen für Hohltaube, Fledermäuse, wie das große Mausohr, und der seltene Grauspecht sind dort zu finden.

Die Kernzone ist reich an Beerengewächsen. Rund um den Dreienberg verläuft der etwa 9,5 Kilometer lange Panoramaweg, den man nicht verlassen sollte, ein Dorado für Wanderer und Mountainbiker.

Britischer Bomber zerschellte

Auch von den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges blieb der Berg nicht verschont. Das ist an einer Schautafel im östlichen Bereich des Panoramaweges mit Fotos von Georg Schellhas aus Friedewald und Text von Walter Hassenpflug aus Friedlos sehr eindrucksvoll für den Wanderer dargestellt. In der Nacht vom 30. zum 31. März 1944 zerschellte genau an der Stelle, wo die Schautafel steht, ein von einem deutschen Nachtjagdflugzeug vom Typ ME 110 in Brand geschossener britischer Langstreckenbomber der Royal Air Force (RAF) vom Typ „Lancaster Mark I“. Dabei fanden sieben britische Besatzungsmitglieder den Tod.

Zu Füßen des Berges liegt die alte Amtsgemeinde Friedewald mit der Kreuzung der mittelalterlichen Handelsstraßen und der Wasserburgruine. In der Burgruine ist das Heimatmuseum untergebracht, ein Besuch lohnt sich.

Die Burgruine hat von März bis Oktober täglich, außer montags, von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet, das Heimatmuseum von 13 bis 17 Uhr.

Von Gerhard Manns

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