Landratskandidat Werner David (FDP) will für „gewisse Werte“ stehen

Man muss Flagge zeigen

Lesen statt fernsehen: Landrats-Kandidat Werner David aus Oberbreitzbach schätzt gute Unterhaltung in gedruckter Form. Foto: Schönholtz

Oberbreitzbach. Es gibt so ein paar Punkte, die stören Werner David. Zum Beispiel die fehlende Transparenz, wenn es um politische Entscheidungen geht wie etwa bei den momentan heftig diskutierten Klinik-Fusionen. Oder sein Missbehagen bei der Frage, ob der Landkreis nach der deutschen Wiedervereinigung das Mögliche herausgeholt habe.

Und dann vermisst der FDP-Kandidat für das Amt des Landrats in den Gremien das Miteinander. „Kommunalpolitik ist doch im Grunde keine Parteipolitik“, sagt er und verweist auf den umgänglichen Stil in seiner Heimatgemeinde Hohenroda: „So stelle ich mir das auch im Kreis vor.“

Mann des Ausgleichs

Denn Werner David steht nach eigenem Bekunden für „einen gewissen Werte-Kanon“, der ihn vor 33 Jahren der FDP beitreten ließ. Bürgerrechte, Chancengleichheit, Marktwirtschaft und immer wieder Transparenz sind seine Stichworte. Und weil sich der 59-jährige Unternehmer, der in Ausbach und Homberg Diamant-Werkzeuge produziert, auch im Beruf als Mann des Ausgleichs versteht, sieht er sich in der Pflicht. „Jetzt musste ich Flagge zeigen“, sagt und will es künftig nicht nur besser wissen, sondern besser machen.

David verspricht allerdings keine Patentrezepte. Gerade, was die Wirtschaft angeht, habe auch er „keine Knaller-Idee“, wie er sagt, sondern sieht für den Fall seiner Wahl „Kärrner-Arbeit“ vor sich. Die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von der Logistik durch weitere Standbeine zu vermindern, steht in seinen Überlegungen obenan. Service und Software sind dabei zwei Themen, aus denen sich seiner Ansicht nach etwas machen lassen müsste, mit Neuansiedlungen genauso wie mit bereits existierenden Firmen. „Ich weiß, wie so ein Geschäft gemacht wird“, sagt der Chef des eigenen Familienbetriebs. Und noch eine Idee, die ihm durch den Kopf geht: Warum soll im immer bedeutungsloseren Bahnhof Bebra kein Ausbildungszentrum für Lokführer angesiedelt werden?

Das große Ganze

Immer geht es David jedoch darum, nicht nur den einzelnen Teil, sondern das große Ganze zu betrachten. „Visionen entwickeln und Ziele formulieren“, das hat er in der freien Wirtschaft gelernt. Dass er (noch) kein Verwaltungsmensch ist, sieht er nicht als Nachteil. „Ich kann Teams führen und werde als Landrat auch auf die Facherfahrung der Bürgermeister bauen. Außerdem kann ich auf Leute zugehen und Positionen vertreten.“ Zwölf Fragen

Von Karl Schönholtz

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