Wochenendporträt: Thomas Martens spielt acht Instrumente

Musik ist nur Hobby

Vielseitiger Musiker: Nicht nur Trompete und Klavier beherrscht Thomas Martens aus Philippsthal. Der Hobbymusiker spielt außerdem Keyboard, Orgel, Akkordeon, Flügelhorn, Tuba und Schlagzeug. Foto: Eisenberg

Philippsthal. Als die Band Salty Creek kürzlich als Vorgruppe der Dorfrocker in der Philippsthaler Kreuzberghalle vor großem Publikum auftrat, griff Thomas Martens abwechselnd in die Tasten und zu den Sticks. Eine Mischung aus Rock-, Oldie und Countrysongs spielt die Drei-Mann-Combo, in der Martens Keyboarder und Schlagzeuger in Personalunion ist.

Ganz andere Klänge lässt Martens Sonntagmorgens erschallen. Dann erfüllt der Philippsthaler als Organist den Kirchenraum mit Fugen und Chorälen. Vielseitigkeit zeichnet den Musiker aus. Neben Orgel, Keyboard und Schlagzeug spielt er auch Akkordeon, Trompete und Flügelhorn, Tuba und Klavier. Als Kind habe er 1999 mit Keyboardstunden angefangen. Ab dem Jahr 2000 lernte er in der Anfängerausbildung des Evangelischen Posaunenchors Philippsthal Trompete und 2003 begann er mit dem Orgelunterricht. Die übrigen Instrumente hat Martens sich selbst beigebracht. „Das lag ja teilweise nahe“, sagt er. Daraus dürfe man aber nicht schließen, dass man nach dem Erlernen eines Tasteninstrumentes auch alle anderen beherrsche. „Beim Klavier macht man im Vergleich zum Keyboard viel mehr mit der linken Hand und bei der Orgel werden die Basstöne mit den Füßen gespielt“, erklärt er.

Seit zwei Jahren Chorleiter

Kirchliche und weltliche Musik – für Martens ist dieser Spagat kein Problem. Als Eingangsstück spiele er in den Gottesdiensten etwas geistliches, zum Auszug dürfe es auch schonmal Jazz oder Popmusik sein. Auch beim Posaunenchor legt Martens Arrangements aktueller Titel auf. Seit zwei Jahren ist er Chorleiter. Mit 21 Jahren plötzlich als Dirigent vor denen zu stehen, die ihn schon als Jungbläser kannten, sei für ihn kein Problem gewesen.

2008 hat Martens die kirchenmusikalische D-Prüfung bestanden. Die nächst höhere C-Prüfung will er vorerst nicht in Angriff nehmen. „Irgendwann muss man ja auch mal Zeit für sich haben“, betont der 23-Jährige.

Zu tun hat der 23-Jährige genug: Regelmäßig oder als Aushilfe spielt er die Orgeln in Wölfershausen, Lengers, Herfa, Ransbach, Ausbach, Gethsemane, Heimboldshausen und Philippsthal. Neben der Leitung des Posaunenchores bläst Martens als Flügelhornist in der Bergmannskapelle Hattorf. Und dann ist da die Band Salty Creek, der er seit dem vergangenen Jahr angehört. Angeln, Schwimmen und Kochen nennt Martens als weitere Hobbys. „Außerdem muss ich ja auch noch an die Arbeit“, sagt der 23-Jährige lachend. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Elektriker im Bereich Messtechnik im Übertagebetrieb des Kalistandortes Hattorf.

Die Musik zum Beruf zu machen, das komme nicht in Frage. „Wenn man davon leben will, dann muss man spielen. Und dann kann der Spaß schnell verlorengehen“, ist sich Thomas Martens sicher.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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