Spieß-Ausstellung ist nur noch bis zum 14. April in Friedewald zu sehen

Museum öffnet wieder

August Spieß

Friedewald. Das Heimatmuseum im Schloss Friedewald ist nach der Winterpause von Karfreitag bis Ostermontag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr wieder geöffnet. Als besondere Besichtigungsattraktion bietet der örtliche Heimatverein die Ausstellung zum Wirken und Leben von August Spieß an.

Diese Sonderausstellung wird nur noch bis zum Sonntag, 14. April, vollständig im Heimatmuseum zu sehen sein. Danach gehen sehr viele Exponate als Wanderausstellung auf Reise zum DGB nach Kassel und dann nach Frankfurt.

August Spieß wurde am 10. Dezember 1855 als Sohn eines Försters und dessen Ehefrau, einer alteingesessenen Familie Ringler aus Friedewald, geboren. Im Jahre 1872 wanderte er nach Amerika aus.

August Spieß schrieb seinen Namen in Amerika wegen der Ausdruckssprachweise nur mit s, demnach Spies. Er arbeitete in Chicago als Polsterer um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er kämpfte innerhalb der Gewerkschaft für einen Acht-Stunden-Arbeitstag. Dies trug mit dazu bei, dass er Sprecher der Arbeiterbewegung und in 1880 Manager und Reporter der Chicagoer Arbeiterzeitung wurde. Während dieser Zeit wurde er Gründungsmitglied der Internationalen Arbeiter-Assoziation, welche die Missstände in jenen Jahren bekämpfte.

Am 4. Mai 1886 kam es während einer Gewerkschaftsversammlung am Haymarket zu einer Bombenexplosion. Durch diese wurden mehrere Gewerkschafter und Polizisten getötet. Die Bombenexplosion, mit der Spieß nichts zu tun hatte, wurde diesem während einem Gerichtsprozess zur Last gelegt. Der gebürtige Friedewalder wurde zum Tode verurteilt und am 11. November 1887 gehängt. Seine letzten Worte vor der Strangulierung waren: „Die Zeit wird kommen, da unser Schweigen im Grabe mächtiger sein wird als unsere Reden.“ 1893 wurde das Gerichtsurteil annulliert, weil sich herausstellte, dass August Spieß mit dem Bombenwurf nichts zu tun hatte. Der 1. Mai als Kampftag der Gewerkschaften geht auch auf ihn zurück.

Das Heimatmuseum ist in den Sommermonaten von Mittwoch bis Sonntag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Montag und Dienstag sind die Ruhetage. Geführte Besichtigungen sind jederzeit, auch an Ruhetagen, nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 06674/8459 oder 06674/9180850 möglich. (red/rey)

Kommentare