Granaten sind immer noch scharf und gefährlich

Munition aus dem Krieg gefunden

Völlig zerstört wurde der Heringer Bahnhof im März 1945 nach der Explosion von Munitionszügen. Foto: nh

Heringen. Beim Rückbau eines Feuerlöschteichs, der für den Bau der neuen Kraftwerksstraße etwas verlegt werden muss, haben die Bauarbeiter jetzt Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. „Die Granaten sind immer noch scharf und somit lebensgefährlich“, teilt Bürgermeister Hans Ries mit.

Dass in dem Gebiet Munitionsreste liegen könnten, war der Stadt bekannt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs waren im März 1945 Munitionszüge im Heringer Bahnhof explodiert. Dabei wurden nicht nur wesentliche Teile des Bahnhofs und der Gleisanlagen der Kali-Industrie zerstört, sondern auch Granaten im weiteren Umfeld durch die Luft geschleudert. „Das ganze Gelände ist schon vielfach abgesucht worden“, berichtet Hans Ries, der sich erinnern kann, selbst in seiner Kindheit dort noch Granaten gefunden zu haben.

Da aber die Gefahr bestehe, dass weitere Munition in der Region gefunden werde, müsse bei Bauarbeiten immer ein Feuerwerker präsent sein, der jede Baggerschaufel kontrolliere, erläutert der Bürgermeister. „Das macht den Bau so teuer“, sagt er. Die alte Munition, die seit knapp 70 Jahren im Erdreich liege, sei nicht leicht zu entdecken. „Das sieht erst einmal aus wie ein Erdklumpen“, erklärt Ries. Der Feuerwerker kümmere sich dann um eine fachgerechte Entsorgung der immer noch gefährlichen Granaten. (zac)

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