Projektchor, Orchester, Orgel und Solisten überzeugten in Schlosskirche Philippsthal

Monumentales Oratorium

Stimmgewaltige Chöre: Projektchor, Orchester, Orgel und Solisten führten unter der Leitung von Barbara Mathes Weihnachtsoratorium von Heinrich von Herzogenberg auf. Foto: Finke

Philippsthal. Mit begeistertem Applaus belohnte das Publikum am Samstagabend in der Philippsthaler Schlosskirche alle Mitwirkenden für die gelungene Aufführung des Kirchenoratoriums „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg. Besonders beeindruckend war, wie Chor, Solisten, Orgel und Orchester den Kirchenraum zum Klingen brachten.

Genau das ist auch die Absicht des Komponisten gewesen, der vor etwas mehr als hundert Jahren dieses romantische, volkstümliche Werk mit Texten von Friedrich Spitta schuf. Mittels bekannter Advents- und Weihnachtslieder, die er in die gesangliche Nachzeichnung der Weihnachtsgeschichte integrierte, strebte er eine Art „Gemeindesingen“ an. Diese Wirkung wurde in der Philippsthaler Aufführung durch die vielen unterschiedlichen Gruppierungen an Mitwirkenden erreicht. Und es ist das große Verdienst von Kantorin Barbara Matthes, dass sie diese alle zu einem großen harmonischen Klangkörper zusammenschmiedete.

So traf sich seit Monaten ein Projektchor bestehend aus Sängern und Sängerinnen der Kantorei Kreuzberg und vielen Projektsängern aus der ganzen Region (aus benachbarten thüringischen Gemeinden und von Heringen bis ins Haunetal) unter ihrer Leitung zu samstäglichen Proben für die Hauptpassagen des Chorwerkes. Später kamen der Philippsthaler Frauen- und Männerchor hinzu, um Choräle noch stimmgewaltiger zu machen und mit nunmehr fast 80 Sängern und Sängerinnen noch größere Vielfalt und Variationen zu ermöglichen.

Alle Fäden in der Hand

Souverän gelang es Barbara Matthes, die Fäden in der Hand zu behalten und nicht nur die Chorstimmen in unterschiedlichen Zusammensetzungen – alle, nur Frauen, nur Männer, Doppelchöre – sondern auch Orchester, Solisten und Organisten in ihr Dirigat einzubeziehen. Die Solistenparts sangen stimmlich überzeugend Elisabeth Neyses (Sopran), Cornelia Sander (Alt), Wilhelm Adam (Tenor) und Björn Werner (Bass).

Den Orchesterpart übernahm in nunmehr altbewährter Weise das Südthüringer Kammerorchester, das mit zwölf Streichern und einer Oboe die Sänger verlässlich begleitete, aber auch reine Orchesterpassagen präsentierte. Martin von der Ehe an der kleinen Orgel und Bezirkskantor Sebastian Bethge an der großen Orgel komplettierten den großartigen instrumentalen Rahmen.

Dass sich die Mühe aller Beteiligten gelohnt hat und die Aufführung ganz offensichtlich den Nerv des Publikums getroffen hat, zeigte der lang anhaltende Schlussapplaus. (fin)

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