Pavillontheater Philippsthal führte die Groteske Willkommen in Nedderknöfel auf

Mörderische Witwen

Damenbesuch in der Provinz Frau Schnackenmeyer (Silvia Ochs) macht Wachtmeister Görgen (Claus Heymann) ihre Aufwartung. Fotos: Heike Henning

Philippsthal. Das Werbe-Plakat mit dem aufgeklebten Polizei-Absperrband hatte seine Wirkung nicht verfehlt.

Das Philippsthaler Pavillontheater spielte am Samstag vor ausverkauftem Haus in der Orangerie im Philippsthaler Schlosspark. Aufgeführt wurde die Groteske „Willkommen in Nedderknöfel“ von Andreas Kroll. Wachtmeister Görgen (Claus Heymann), frisch aus Frankfurt „strafversetzt“, konnte den Zuschauern schon richtig leid tun. Statt mit moderner Technik war er nur mit einer alten Schreibmaschine ausgestattet, auf der schon „die Weimarer Verfassung“ geschrieben wurde. Sein Kollege Wintermeyer, gespielt von Herbert Janßen, erinnerte mit seiner schrulligen Art ein wenig an Heinz Ehrhardt. Im Dorf Nedderknöfel hatte es sich mittlerweile herumgesprochen, dass im Polizeirevier „Frischfleisch“ eingetroffen war und so besuchten Frau Neddermeyer (Nina Marschner), Frau Bürgermeister (Monika Götte), Frau Schnackenmeyer (Silvia Ochs) Nina (Merle Lotz) und Frau Schlottermeyer (Eila Vogel) nacheinander das Revier, um Wachtmeister Görgen aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Allmählich merkte dieser, in was für einen kriminellen Sumpf er geraten ist.

Denn die netten Damen sind allesamt Witwen, deren Männer durch tragische Unglücksfälle dahin gerafft wurden. Doch Dank der hohen Lebensversicherungen lebten alle ein unbeschwertes Leben. Und damit das alles so bleibt und nicht durch einen „arbeitswütigen“ Polizisten aus Frankfurt zerstört wird, wurde der arme Görgen vor die Wahl gestellt: Entweder ab in’s Moor oder die Bürgermeisterin heiraten. Wie er sich entschieden hat?

Wer neugierig auf die Antwort ist, hat am Freitag, 4. April, noch einmal die Gelegenheit, das Stück anzuschauen. Ab 20 Uhr führt das Pavillontheater „Willkommen in Nedderknöfe“ im Martin-Luther-Haus in Heringen auf. Einlass ist ab 19 Uhr, Karten gibt es für sechs Euro.

Von Heike Henning

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