Schenklengsfelder Gemeindevertreter beschließen EAM-Beteiligung

Mitmachen trotz Zweifeln

Schenklengsfeld. Nicht zu beneiden waren die Schenk-lengsfelder Gemeindevertreter; mussten sie sich doch für die jüngste Sitzung der Gemeindevertretung im Dorfgemeinschaftshaus Wüstfeld und die Beratung und Beschlussfassung über eine Beteiligung an der EAM GmbH & Co. KG mit so sperrigem Vokabular wie „Konsortialkredit“ oder „Avalprovision“ auseinandersetzen.

Finanziert werden soll die Beteiligung über einen Konsortialkredit mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Zins- und Tilgungsleistungen werden dabei mit den Gewinnen verrechnet. Laut des Gutachtens einer Münchner Kanzlei, in dem die kommunale Beteiligung an der EAM bewertet wurde, sind erste Erträge aus dieser Beteiligung im Jahr 2041 zu erwarten; zwischenzeitlich würden die Kommunen bereits Vermögen aufbauen und dies ohne den Einsatz eigener Mittel.

Nora Mannel (SPD) sieht folglich in einer Beteiligung an der EAM eine „Option auf zukünftige Gewinne“, das derzeitige Haushaltsdefizit werde damit allerdings nicht gemindert. Auch einzelne Vorbehalte gegenüber einer solchen Transaktion kann Mannel nachvollziehen, schließlich hänge die wirtschaftliche Zukunft der EAM davon ab, wie viele Kunden von einem Anbieterwechsel überzeugt werden können und welche Investitionen für den Unterhalt und Ausbau der Netze anfallen würden.

Udo Langer (Bürgerliste) glaubt zwar nicht, dass irgendwann Gewinne erwirtschaftet werden, spricht sich aber trotzdem für eine Beteiligung aus, da er davon ausgeht, dass zukünftig der Betrieb eines Mittelspannungsnetzes zur Versorgung der Bürger ohnehin zu den kommunalen Aufgaben gehören wird. Da sich die Netze derzeit in gutem Zustand befänden, sei es vorteilhaft, diese jetzt übernehmen, bevor zu einem späteren Zeitpunkt marode Netze übernommen werden müssten.

Sportlerheim wird saniert

Schließlich folgten die Gemeindevertreter mehrheitlich bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung den insgesamt neun Einzel-Beschlussvorlagen und brachten damit eine Schenklengsfelder Beteiligung an der EAM auf den Weg.

Zuvor hatten die Gemeindevertreter bei einer Stimmenthaltung bereits dem Abschluss einer Pacht- und Finanzierungsvereinbarung mit dem TSV Landeck zur Sanierung des Sportlerheims und der Errichtung eines Ersatzneubaus zugestimmt. Abhängig von der Finanzlage und der Zustimmung des Landrats beabsichtigt die Gemeinde, die Finanzierung der mit insgesamt 180 000 Euro veranschlagten Kosten durch eine einmalige Zuwendung von 30 000 Euro sowie zwei Bürgschaften über 40 000 Euro und 28 500 Euro zu unterstützen.

Im Gegenzug verpflichtet sich der Verein zum Unterhalt des Ersatzneubaus, der Pflege der Außenanlagen sowie zur Übernahme der laufenden Kosten für Energie, Wasser, Müllabfuhr und Versicherungen. Nora Mannel (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf den veränderten Stellenwert des Sports. Die Sportförderung würde heute als Pflichtaufgabe für die Kommunen bewertet.

Von Thomas Landsiedel

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