Montagsinterview: Dirk Noll ist seit exakt 100 Tagen Bürgermeister von Friedewald

Miteinander geht’s besser

Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll hat früher selbst Fußball gespielt. Mit seinem Heimatverein ESV Hönebach kickte er in den neunziger Jahren sogar in der Landesliga. Heute drückt er dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern die Daumen und hofft auf dessen Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. Foto: Reymond

Friedewald. Der Hönebacher Dirk Noll ist heute auf den Tag genau 100 Tage Bürgermeister der Dreienberggemeinde. Wir haben mit ihm gesprochen und dabei seine ersten drei Monate Amtszeit Revue passieren lassen.

Herr Noll, wie haben Sie sich im Rathaus eingelebt?

Dirk Noll: Gut. Es ist schon viel wert, wenn man aus dem Geschäft kommt. Dann ist auch der Einstieg nicht so schwer. Da geht dann alles nahtlos weiter. Im Hause wurde ich von den Kollegen gut aufgenommen, aber auch mit allen Fraktionen macht die Arbeit Spaß.

Was hat Sie an Friedewald positiv überrascht?

Noll: Einiges. Es hatte sich aber schon im Wahlkampf abgezeichnet, dass in Friedewald vieles in Ordnung ist. Meine Amtsvorgänger haben da gute Arbeit geleistet.

Was hat Ihnen überhaupt nicht gefallen?

Noll: Das Abarbeiten verschiedener Altlasten. Es gab doch einige offene Gerichts- und Widerspruchsverfahren, die teilweise abgearbeitet werden konnten. Manche davon müssen noch erledigt werden.

Haben Sie in den ersten 100 Tagen dem Bürgermeisteramt bereits Ihren Stempel aufdrücken können?

Noll: Stempel aufdrücken wäre übertrieben. Wir haben aber schon sehr schnell mit dem Haushalt losgelegt. Ich sage ausdrücklich „wir“ und nicht „ich“. Meine Mitarbeiter sind da genau so eifrig rangegangen wie ich selbst. Beim Haushaltsentwurf habe ich natürlich schon darauf hingearbeitet, gemeinsam mit dem Gemeindevorstand die wichtigen Dinge hinzubekommen – und das ist auch gelungen.

Welche großen Herausforderungen stehen in naher Zukunft an?

Noll: Da wäre die Bauleitplanung für Friedewald, die wir in den Bereichen Gewerbe- und Neubaugebiet vorantreiben wollen. Beim Neubaugebiet wird es aber nur einen Lückenschluss geben, da wir in der Dorferneuerung stecken und daher keine neuen Flächen ausweisen dürfen. Dann natürlich die Dorferneuerung selbst und nicht zu vergessen die interkommunale Zusammenarbeit. Die wollen wir zunächst mit der Gemeinde Hohenroda zusammen vorantreiben. Wir führen auch mit Schenklengsfeld und Philippsthal intensive Gespräche.

Interkommunale Zusammenarbeit heißt aber auch, Geld und Personal einzusparen. Fürchten Sie sich davor, unpopuläre Entscheidungen treffen zu müssen?

Noll: Fürchten nicht. Wir stehen dem offen gegenüber. Wir müssen mit Blick auf unsere Finanzen Kompetenzzentren schaffen. Wie und in welcher Kommune die dann jeweils angesiedelt sein werden, müssen wir sehen. Synergien sind auf jeden Fall notwendig, um die Kosten in den Gemeinden zu senken

Wie läuft die Arbeit in den politischen Gremien?

Noll: Sehr gut. Ich bin bestrebt, alle immer frühzeitig zu informieren. Das funktioniert bisher tadellos. Bei wichtigen Themen bin ich immer mit den Fraktionsvorsitzenden im Gespräch. Das ist der richtige Weg und baut Vertrauen auf,

Was wird wohl eher passieren: der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Fußball-Bundesliga oder die Präsentation eines ausgeglichenen Haushalts für die Gemeinde Friedewald?

Noll: Das ist eine gemeine Frage. Ich denke, dass in diesem Jahr beides eintreten könnte. Der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern aber eine paar Monate früher.

Von Mario Reymond

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