Trockentraining für Bergmänner an zwei neuen Simulatoren

Millioneninvestition: virtuelle Welt bei K+S

Herfa. Für die Ausbildung angehender Bergmänner und die Schulung langjähriger Mitarbeiter hat die K+S Kali GmbH zwei Simulatoren angeschafft. Zwei Millionen Euro investierte K+S in die virtuelle Welt. Denn die Übung findet nicht an den bis zu 750 000 Euro teuren Bohrwagen und Ladern unter Tage statt, sondern in einem neu eingerichteten Bereich auf dem Gelände der Untertagedeponie Herfa-Neurode.

Seit Mai vergangenen Jahres ist in dem neuen Gebäude, das in seiner Gestaltung an einen Salzkristall erinnert, der Laderbetrieb unter Tage simuliert. Der extra dafür installierte Roboter lässt eine exakte Schulung zu. So wird beispielsweise das Fahren des mehrere Tonnen schweren Laders eins zu eins wiedergegeben. Wenn der Auszubildende im Simulator durch ein auf der Leinwand dargestelltes Schlagloch fährt, dann reagiert der Roboter durch eine entsprechende Ruckbewegung.

Während des Trainings kann Schulungsleiter Rainer Hildebrandt auch technische Probleme am Fahrzeug einspielen, auf die der Mann im Simulator richtig reagieren muss. „Der Simulator verzeiht Fehler. Unter Tage sind da bei einer Karambolage schnell ein paar tausend Euro futsch“, sagt Hildebrandt. Noch läuft der virtuelle Lader im Probebetrieb, doch der nahtlose Übergang in den Echt-Betrieb steht kurz bevor.

Seit 2009 in Betrieb ist am Standort Herfa-Neurode ein Bohrwagenbedienstand, der das Setzen von Bohrlöchern auf einer 3D-Leinwand ermöglicht. Der Auszubildende ist wie unter Tage auch mit einer entsprechenden Steuerung ausgestattet, über die er das Bohrgestänge lenkt und die imaginären Löcher auf der Leinwand anbringt. Auch dabei werden Fehler verziehen. Die Ausbildung in der virtuellen Welt ist sehr realitätsnah, da alle revierspezifischen Bohr- und Abbauberreiche unter Tage gescannt und in einer Bibliothek abgelegt wurden.

zum Tage, hintergrund, seite 5

Von Mario Reymond

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