Neuer Stall in Soislieden soll den Schweinen einen höheren Komfort bieten

Mehr Raum für die Tiere

Junger Landwirt: Sven Mares bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater und einem Lehrling den Familienbetrieb in Soislieden. Ab Sommer wird er für zwei Jahre eine landwirtschaftliche Technikerschule besuchen. Fotos:  Sell

Soislieden. Eine besonders artgerechte Haltung für Mastschweine – Dieses Konzept will Familie Mares aus Soislieden im neu gebauten Schweinestall umsetzten. Der Stall soll das Leben der Tiere vor allem durch mehr Platz komfortabler machen.

Das neue Gebäude misst 31 Mal 56 Meter und bietet Platz für 1400 Mastschweine. Insgesamt gibt es sieben Abteile, davon fünf große mit jeweils 248 Plätzen und zwei kleinere Abteile mit 70 Plätzen. In den verschiedenen Buchten zu je 28 Quadratmetern werden 31 Tiere untergebracht.

„Ein Schwein kommt bei uns umgerechnet auf 0,9 Quadratmeter Platz für sich“, erklärt der 21-Jährige Sven Mares, der den Betrieb zusammen mit seinem Vater und einem Lehrling bewirtschaftet. „In den Buchten befinden sich mittig, neben den Schlitzen im Boden, durch die die Fäkalien der Schweine abfließen, die sogenannten ‘Ökospalten’. Diese Liegeinsel hat ein Drittel weniger Schlitzanteil, als im sonstigen Boden vorhanden ist, was einen besseren Liegekomfort garantiert.“ Außerdem biete der neue Stall doppelt so viele Tränkmöglichkeiten. Statt zwölf sind es nur sechs Tiere pro Nippeltränke. Verschiedene Spielzeugangebote wie ein Hartgummiball oder eine kleine Wippe sind auch im Stall vorhanden und viel in Benutzung.

Anke Roß vom Kreisbauernverband Hersfeld-Rotenburg bestätigt die besonders artgerechte Haltung der Tiere. „Vom Gesetzgeber sind pro Mastschwein 0,75 Quadratmeter vorgeschrieben. Bei einem Platz von 0,9 Quadratmeter haben die Tiere insgesamt 20 Prozent mehr Platz.“

Eigene Zucht der Ferkel

Bis jetzt seien etwa 530 Schweine untergebracht, aber der Bestand befände sich im Wachstum, erklärt Sven Mares. Die Tiere werden im alten Betrieb selber gezüchtet. Alle drei Wochen werden 250 neue Ferkel geboren. Ein Großteil des Futters werde selbst produziert und der Rest bei anderen Bauern aus der Nähe gekauft.

Am Tag der offenen Tür, der Anfang September stattfand, befanden sich noch keine Tiere im Stall. Diverse Partnerfirmen hatten Informationsstände aufgebaut. „Es bestand ein großes allgemeines Interesse“, erzählt Mares. Etwa 1200 Personen kamen an diesem Tag, um den neuen Stall zu besichtigen. Die ersten Tiere wurden vier Tage nach dem Tag der offenen Tür eingestallt, nachdem alles gründlich gereinigt und desinfiziert wurde. Besucher dürfen den Stall nur mit Schutzkleidung betreten, damit die Hygienevorschriften eingehalten werden.

„Der Absatz ist noch nicht geklärt“, sagt Mares. „Wir haben bis jetzt noch keinen Vermarkter gefunden, der bereit ist, für die besonders artgerechte Haltung mehr Geld auszugeben.“

Weiter erklärt der junge Landwirt: „Unser Ziel ist es, dass die Metzgereien vor Ort bei uns die Schweine kaufen und dass sie regional besser vermarktet werden können.“

Von Franziska Sell

Kommentare