Künholz fordert Mitspracherecht des Kreises bei Besetzung von Führungspositionen

Für die Mama der Schule

Prominentes Publikum: Mit dem Kreistagsvorsitzenden Horst Hannich, der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (von rechts) war die politische Führungsspitze des Kreises zur Einweihung der sanierten Werratalschule gekommen. Dabei eröffnete die Singklasse 5 die Feier musikalisch. Foto: roda

Heringen. Die Einweihungsfeier der umgebauten und sanierten Werratalschule (WTS) geriet am Mittwochnachmittag zum breiten Unterstützungsforum für die derzeitige stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker, sie endlich auch zur Direktorin zu befördern.

Das hessische Kultusministerium hat die bisher vakante Stelle zum 1. Februar 2015 mit einem Lehrer von außerhalb besetzt und Schulz-Bödickers Bewerbung nicht berücksichtigt (HZ von gestern).

Nicht hinnehmen

Dazu sagte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt unter anderem in seinem Grußwort, dass man diese Entscheidung aus Wiesbaden seitens des Kreises Hersfeld-Rotenburg nicht unwidersprochen hinnehmen und stattdessen die Berufung von Margret Schulz-Bödicker empfehlen werde.

WTS in Gefahr

Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Schuldezernentin Elke Künholz sah aufgrund dieser vorgesehenen Neubesetzung sogar das Alleinstellungsmerkmal der Werratalschule mit ihrem hochqualifizierten Fächerangebot in Gefahr und forderte künftig ein Mitspracherecht der Kreisgremien bei der Personalauswahl solcher Führungspositionen. Desgleichen bezeichnete Leitender Schulamtsdirektor Reiner Standke die WTS als Juwel unter den weiterführenden Schulen und sagte seinerseits breite Unterstützung bei diesem Personal-Vorgang zu.

Auch Heringens Bürgermeister Hans Ries bekräftigte nochmals die in einem offenen Brief der Stadt an das Kultusministerium formulierte Wertschätzung von Margret Schulz-Bödicker und forderte deren Berufung zur Leiterin. „Sie hat sich mit ihrem intensiven und umsichtigen Einsatz für die Schule Respekt und Anerkennung auch in der Region erworben. Wir wollen sie deshalb hier behalten“, erklärte Ries.

Rein bürokratisch

Ganz offen seine Kritik an der Personalentscheidung übte der vormalige und jetzt im Ruhestand befindliche Schulleiter Gerhard Ferenszkiewicz. Damit werde rein bürokratisch an den Betroffenen vorbei zum Nachteil der Schule und vor allem der Schüler entschieden. Im Unterschied zur Stadt erfordere die Leitungsposition im ländlichen Raum vielmehr Fingerspitzengefühl sowie das Verstehen der wirtschaftlichen Situation und der Menschen hier im Werratal. Eine gebietsfremde Person brauche erst einige Zeit, um sich in dieses Umfeld einzuarbeiten und könne sich deshalb zunächst nur eingeschränkt dem Schulalltag widmen.

Schülerprotest

Ganz plakativ mit mehren Transparenten sowie auch verbal wünschte eine Schülerabordnung „Schu-Bö“ (Schulz-Bödicker) endlich auf den Direktorenstuhl zu setzen und bezeichnete sie als „Mama der Schule“.

Der Saxophonist Nikola Bursac, die Singklasse 5 sowie das Querflöten- und Harfenduo Baaske & Wölkner sorgten für die Musik zur Einweihungsfeier. (ha) hintergrund,

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