250 Dinge, die wir an der Region mögen (25): Hessens kleinste Fachwerk-Kapelle

Der Dom von Malkomes

Mitten im Ort: Nach der Sanierung präsentiert sich das Bethaus in Malkomes als optisches Schmuckstück. Das Denkmalschutzobjekt gilt als Hessens kleinstes sakrales Bauwerk. Foto: roda

Malkomes. Bei der Fahrt auf dem Solztalradweg und auf der Straße durch den Schenklengsfelder Ortsteil Malkomes ist das zwar kleine Gebäude in der Mitte des Dorfes nicht zu übersehen. Das Fachwerkhaus mit dem Glockenturm gilt als Hessens kleinste Fachwerkkapelle und ist nach der Komplettsanierung ein optisches Schmuckstück geworden.

Die Malkomeser Bürger betrachten das Kleinod als ihr Wahrzeichen und nennen es liebevoll „Unsern Dom“. Errichtet wurde das Gebäude im Jahr 1734 als Bethaus. Mit einem Grundriss von 4,3 mal 5 Metern ist es nicht größer als ein normales Wohnzimmer heute. Aber mit der rundumlaufenden Empore bot es damals Platz für die Gläubigen aus Malkomes sowie aus den Nachbardörfern Schenksolz und Dinkelrode. Ein achteckiger Turm mit einer Glocke wurde laut Wetterfahne im Jahr 1888 aufgesetzt. Trotzdem aber fand 1895 der letzte Gottesdienst statt.

Offenbar hatte der Pfarrer den Zustand des Bethauses innen nicht mehr akzeptiert und fortan im Schulsaal der Gemeinde gepredigt. Seither harrte das Haus einer sinnvollen Verwendung und wurde zeitweise auch als Lagerraum für Beerdigungsutensilien genutzt.

Wichtig war und ist den Malkomesern bis heute jedoch das Läuten der Glocke, die dreimal am Tag sowie zu Beerdigungen erklingt. Bis vor einigen Jahren noch versahen Nachbarn diesen Ehrendienst. Jetzt übernimmt eine Automatik die Steuerung.

Eigentümer des unter Denkmalschutz stehenden Objektes ist die Gemeinde Schenklengsfeld. Zunehmend soll das Fachwerkhaus nun für öffentliche Zwecke genutzt werden, wie zum Beispiel Ausstellungen, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen. Einer standesamtlichen Trauung bot es vor kurzem jedenfalls schon den würdigen Rahmen. (ha)

Kommentare