Sparkasse Hersfeld-Rotenburg unterstützt Projekt an Grundschulen im Kreis

Märchen bleiben lebendig

Das Märchen von der traurigen Prinzessin: Die Erzählerinnen und Schauspielerinnen Sabine Kolbe (links) und Kerstin Otto von „Fabula Drama“ aus Berlin kamen auf ihrer Märchenwanderungen auch an die Georg-August-Zinn-Grundschule in Heringen. Fotos: Rössing

Heringen. „Ich bin das Hühnchen, ich brauche Wasser für das Hähnchen, sonst erstickt’s am ...“, gackert Märchenerzählerin Kerstin Otto. Laut schallen ihr etwa 50 Kinderstimmen entgegen: „Böhnchen!“ Eine Märchenwanderung durch die Grundschulen im Kreis haben Sabine Kolbe und Kerstin Otto, zwei Märchenerzählerinnen aus Berlin, unternommen. Die beiden gehören zum Erzähltheater „Fabula Drama“, das von der Sparkassen-Kulturstiftung unterstützt wird. Dazu besuchten sie Grundschulen, unter anderem in Heringen, Ronshausen und Asbach, um den Schülern ihr Programm vorzustellen. Immer mit dabei war auch Sparkassenmitarbeiterin Katharina Flohrschütz.

„Es ist eine besondere Art von Theater – wir haben kaum Kulissen aufzubauen und erreichen in einer Woche schon mal zwischen 600 und 700 Kinder mit unseren Geschichten“, erklärt Sabine Kolbe. Die beiden Erzählerinnen spielen und erzählen die Märchen und schlüpfen dabei immer wieder in verschiedene Rollen. Das war auch an der Georg-August-Zinn-Schule in Heringen zu erleben. Die Kinder der ersten bis vierten Klasse lauschten in zwei Vorstellungen gespannt den Erzählungen.

Internationale Märchen

Sabine Kolbe und Kerstin Otto nahmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch die englische, russische und italienische Märchenwelt. Eine Geschichte handelte von einer wunderschönen, aber traurigen Prinzessin, die zum Lachen gebracht werden soll. Ein alter Mann stiehlt duftende Rosen aus einem Garten und wird dafür verzaubert: Jeder, der die Rosen anfasst, bleibt daran kleben. Über den langen Zug an halbnackten, hüpfenden und verwirrten Menschen, die in den lustigsten Situationen versucht haben, den Blumenkorb zu berühren, muss dann schließlich auch die Prinzessin lachen.

Die Erzählung erinnert zu Recht an das bekannte Märchen „Die goldene Gans“ und wird in Italien in dieser Form erzählt. Die beiden hauptberuflichen Märchenerzählerinnen treten gemeinsam oder solo auf. Für die Sparkassen- Kulturstiftung sind sie seit 2006 mehrere Wochen im Jahr unterwegs.

„Fabula Drama“ kann auch als Theater zum Anfassen und Mitmachen beschrieben werden. Während der Vorstellungen in Heringen bezogen sich die Erzählerinnen immer wieder auf ihr junges Publikum und gingen spontan auf Ausrufe der Kinder ein. Auch mitspielen durften die Kinder, zum Beispiel bei dem Märchen über das Schaf Lulu, das nicht über eine Brücke gehen möchte. Dabei nahmen sie die Rollen des Metzgers, eines Seils oder eines Kamels ein. Auch Katharina Flohrschütz von der Sparkasse ließ sich den Spaß nicht entgehen und lief in ihrer Rolle als Fluss durch den Raum.

Am Ende gab es noch einen Appell: „Und die Märchen weitererzählen wirst du, du und du. Dann bleiben sie im Kopf und damit lebendig“, schließt Sabine Kolbe die Veranstaltung.

Von Sarah Rössing

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