Bürgermeisterkandidat Wolfgang Bax will Parteiengezänk in Friedewald verhindern

Leidenschaft gibt ihm Kraft

Hoffnungsfroh: Ehefrau Nicole sowie die Kinder Elijah, Lenya und Lara sind davon überzeugt, dass Wolfgang Bax einen guten Bürgermeister für Friedewald abgeben würde. Foto: Reymond

Friedewald. Wenn ein SPD-Kandidat Bürgermeister wird, dann bedeute dies die absolute Mehrheit für die Sozialdemokraten im Gemeindevorstand. „Da soll dann wieder Parteipolitik gemacht werden. Das gilt es zu verhindern“, sagt der unabhängige Bürgermeisterkandidat Wolfgang Bax. Die derzeit sachliche Arbeit in den Gremien würde darunter auf jeden Fall leiden, glaubt der 49-jährige IT-Anwendungsentwickler, der für die Vereinigte Hannoversche Versicherung arbeitet.

Eigentlich hätten die im Parlament vertretenen drei Fraktionen gemeinsam einen Bürgermeisterkandidaten finden wollen. Die SPD habe dann jedoch einen Alleingang unternommen. „Da habe ich mir lange überlegt, ob ich nicht auch meinen Hut in den Ring werfen sollte“, sagt Bax. An einem Sonntag hätte der Familienrat getagt und schließlich die Entscheidung für eine Kandidatur getroffen. Schließlich hätte seine Wahl zum Bürgermeister auch Auswirkungen auf den Beruf seiner Frau Nicole. Sie arbeitet nämlich als Erzieherin in der Kindertagesstätte und ist Personalratsvorsitzende. „Dieses Amt würde ich dann natürlich sofort niederlegen“, erklärt sie. Ihrem Mann drückt sie die Daumen: „Er würde mit Leidenschaft ans Werk gehen“.

Das gute Klima erhalten

Für Bax sei es wichtig, die gute politische Arbeit in den Gremien auch in Zukunft fortzusetzen. „Es geht hier um meine Heimat. Da stehen die Interessen der Bürger an oberster Stelle. Parteipolitik ist da eher schädlich und würde die Politikverdrossenheit der Menschen noch weiter fördern“.

In erster Linie gehe es nach der Bürgermeisterwahl darum, im Rathaus die Finanzdecke hochzuheben, um zu schauen, wie es darunter mit all den Verbindlichkeiten ausschaue.

Trotz der angespannten Finanzlage gebe es viele Dinge, die in Friedewald sofort angepackt werden müssten. „Bei der Wasserversorgung haben wir viele Defizite. In Lautenhausen müssen wir beispielsweise das Trinkwasser chloren, weil es nach Regenfällen stark eingetrübt ist. Da gibt es für uns viel zu tun“, verdeutlicht Bax.

Ein Dorn im Auge sind ihm auch einige leerstehende Gebäude im Kernort, die unter Denkmalschutz stehen. „Wenn den Eigentümern das Geld für die Sanierung fehlt, dann muss die Gemeinde mit ins Boot. Da müssen Konzepte her. Wir können doch nicht warten, bis die Holzwürmer alles aufgefressen haben“.

Auch allen anderen Hauseigentümern müssten mit Blick auf die explodierenden Heizkosten Hilfen in Sachen energetischer Gebäudesanierung angeboten werden.

Das Gewerbegebiet möchte Bax ebenfalls weiterentwickeln. „Ich habe da so meine Ideen. Auch die Ansiedlung weiterer Betriebe wäre gut. Bloß keinen Logistiker mehr. Das ist ausgereizt“, merkt er an.

Ganz oben auf der Agenda hat Bax die eigene Verwaltung stehen. „Die Kommunikation mit dem Rathaus ist von vielen Bürgern bemängelt worden. Als Bürgermeister werde ich gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versuchen, eine bessere Erreichbarkeit einzurichten, um die Fragen und Wünsche der Bürger zeitnah zu beantworten. Denn wir sind Dienstleister und der Bürger ist unser Kunde“.

Zur Kommunikation gehöre es auch, wieder den Kontakt zu den Ortsbeiräten zu suchen. „Der vorherige Bürgermeister hat es perfekt geschafft, die Leute zu demotivieren. Das müssen wir alles wieder umkehren“.

Von Mario Reymond

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